Alternative Heilmethoden werden immer populärer, Patienten mit chronischen Krankheiten suchen bei ihnen Hilfe, wenn die Schulmedizin nicht weiter weiß. Doch welche Therapie hilft bei welchen Beschwerden?

Der Vorteil alternativer Heilverfahren ist, dass sie den Menschen als Ganzes behandeln: Körper, Geist und Seele als Einheit. Doch die Schulmedizin bezweifelt Erfolgsmeldungen der "Konkurrenz" mit dem Argument, dass ihre Wirksamkeit nicht wissenschaftlich nachweisbar ist. Die Rede ist dann oft vom so genannten Placebo-Effekt, also einer Heilung nach der Verabreichung von Scheinmedikamenten ohne Wirkstoffe. Allerdings spricht ein solcher Psycho-Effekt gar nicht prinzipiell gegen Alternativmedizin. Schließlich beeinflusst auch die Seele unseren Gesundheitszustand. Der bekannte Autor und Mediziner Ruediger Dahlke zum Beispiel behauptet, dass alle Symptome einen Sinn haben und auf psychischer Ebene gedeutet werden können. Erst wenn wir das körperliche Signal verstanden haben, sei Heilung möglich.

Die bekanntesten alternativen Heilverfahren:
 

Aromatherapie

Die Aromatherapie können Sie ohne Risiko bei leichten körperlichen oder seelischen Beschwerden selbst ausprobieren. Die Wirkung natürlicher Duftstoffe wurde 1928 von dem französischen Chemiker Dr. René-Maurice Gattefosse entdeckt, als er mit ätherischen Pflanzenölen arbeitete. Die Düfte wirken über das so genannte Limbische System im Gehirn und lösen bestimmte Empfindungen aus. Lavendel hat zum Beispiel einen beruhigenden Effekt, Zitrusdüfte regen an. Andere Öle können Ängste mildern oder die Stimmung aufhellen. Pfefferminzöl ist mittlerweile ein Klassiker im Kampf gegen Kopfschmerzen, Fenchelöl hilft, auf den Bauch aufgetragen, bei Blähungen. Einige ätherische Öle gelten zudem als Viren- oder Bakterien-Killer, zum Beispiel Teebaum-, Zitronen- oder Eukalyptusöl.

Am häufigsten werden Aromasubstanzen in Duftlampen verdampft oder als Räucherstoff verwendet. Überaus entspannend können auch Aromaöl-Massagen sein. Wenn Sie Aromaöle kaufen, achten Sie aber darauf, dass das Öl 100 % naturrein ist. Einige Sorten sollten nie pur zum Einsatz kommen, da sie die Haut reizen, und nur wenige dürfen geschluckt werden. Außer Masseuren gibt es Heilpraktiker, die Aromatherapie anbieten. Gesetzliche Kassen zahlen in keinem Fall.
 

Ayurveda

Die indische Heilmethode wird hierzulande vor allem mit Wellness in Verbindung gebracht, doch traditionell ist das "Wissen vom langen Leben" eine regelrechte Therapie, die Körper und Geist wieder in Einklang bringen soll. Körperliche und seelische Krankheiten entstehen nach ayurvedischer Vorstellung durch Störungen im Gleichgewicht der so genannten Doshas. Diese Lebensprinzipien namens Vata, Pitta und Kapha sind in jedem Menschen in einer bestimmten individuellen Mischung angelegt. Jeder Typ benötigt daher auch bei ähnlichem Krankheitsbild eine auf ihn zugeschnittene Behandlung.

Die klassische ayurvedische Therapie ist Panchakarma, eine intensive Reinigungskur, die mindestens zwei Wochen dauert. Sie wird in Deutschland nur von wenigen Einrichtungen angeboten. Ölmassagen sind dabei der angenehme Teil, bei dem Gifte aus dem Körper gelöst werden sollen. Dazu kommen Sauna und Einläufe, in Indien auch noch etwas drastischere Methoden wie die Einname von Brechmitteln. In Deutschland nimmt man davon aber Abstand, also keine Angst. Wichtig ist außerdem die auf den jeweiligen Dosha-Typ abgestimmte Ernährung sowie das Trinken von heißem Wasser zur Entschlackung. Bei uns können Sie unter dem Namen Ayurveda überwiegend mehrtägige Wellness-Pakete mit dem Schwerpunkt auf Massagen und Entspannung buchen. Es gibt auch in Deutschland Ayurveda-Ärzte, wobei jedoch die Qualifikation sehr unterschiedlich ist. Fragen Sie nach! Die Kassen zahlen nicht.

Weitere Themen: Bachblüten, Chinesische Medizin, Homöopathie, Kneipp-Kur, Chiropraktik, Osteopathie, Rolfing

Dieser Artikel ist in der Zeitschrift Body & Mind erschienen. Wenn Sie den Text komplett lesen möchten, schicken Sie mir bitte eine Mail.