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	<title>Kaffeeklatsch</title>
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	<description>Kulinarische Geschichte(n) von gestern und vorgestern</description>
	<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 17:35:06 +0000</pubDate>
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		<title>Panzanella - Brotsalat aus der Toskana</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 17:35:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Italien]]></category>

		<category><![CDATA[Rezepte]]></category>

		<category><![CDATA[Brot]]></category>

		<category><![CDATA[Salat]]></category>

		<category><![CDATA[Tomaten]]></category>

		<category><![CDATA[Toskana]]></category>

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		<description><![CDATA[Mangiare senza pane e come non mangiare
Von den Bewohnern der Toskana sagt man, dass sie fr&#252;her fast ausschlie&#223;lich von Bohnen, Brot und Zwiebeln gelebt haben. 230 Kilo Brot sollen sie noch um 1900 j&#228;hrlich im Schnitt gegessen haben, also t&#228;glich 630 Gramm - pro Person, nicht pro Familie!  Brot war das Grundnahrungsmittel der einfachen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="CENTER"><em>Mangiare senza pane e come non mangiare</em></p>
<p>Von den Bewohnern der Toskana sagt man, dass sie fr&#252;her fast ausschlie&#223;lich von Bohnen, Brot und Zwiebeln gelebt haben. 230 Kilo Brot sollen sie noch um 1900 j&#228;hrlich im Schnitt gegessen haben, also t&#228;glich 630 Gramm - pro Person, nicht pro Familie!  Brot war das Grundnahrungsmittel der einfachen Bev&#246;lkerung, nicht etwa Pasta, von Fleisch gar nicht zu reden. Und deshalb ist Panzanella wirklich ein Gericht der <em>cucina povera</em>, auch wenn die Tomaten erst ziemlich sp&#228;t dazu kamen, weil Tomaten in der italienischen K&#252;che vor dem 19. Jahrhundert praktisch keine Rolle gespielt haben. Der Appetit der Bauern ist sehr konservativ, &#252;berall.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/panzanella3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2169" title="panzanella3" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/panzanella3.jpg" alt="panzanella3" width="484" height="292" /></a></p>
<p>Panzanella ist eine gute M&#246;glichkeit, altbackenes Brot zu verwerten. Man muss wissen, dass auf dem Land fr&#252;her nur einmal pro Woche gebacken wurde, in der Toskana angeblich nur alle zehn Tage. Altes Brot war also keine Ausnahme, sondern der Normalfall. Deshalb kennt man hier so viele Gerichte mit hartem Brot, auch verschiedene Brotsuppen. Traditionelles toskanisches Brot besteht aus Sauerteig und enth&#228;lt kein Salz und keine Hefe. Vielleicht konnten sich die Bauern fr&#252;her kein Salz leisten. Aber Salz zieht auch Feuchtigkeit an, und feuchtes Brot schimmelt viel schneller als trockenes. Das ungesalzene Brot h&#228;lt sich lange und wird einfach hart. So hart, dass man es nicht schneiden, sondern nur zerbrechen kann. <em>Pane raffermo</em> sagt man dazu, „festes Brot&#8221;, und die Italiener wissen es auch in diesem Zustand zu sch&#228;tzen.</p>
<p>Die urspr&#252;ngliche Form des Brotsalats geht sicher auf das Mittelalter zur&#252;ck. Agnolo Bronzini, der in Florenz lebte, beschrieb seine Zutaten im 16. Jahrhundert in einem Gedicht: Brot, Zwiebeln, Gurke, Portulak, Basilikum und Rucola. Wie gesagt, noch keine Tomaten damals. Der Name Panzanella kam auch erst sp&#228;ter auf.</p>
<h3>Rezept</h3>
<p>Ich habe beim B&#228;cker ein <em>pane fileno</em> erstanden, ein l&#228;ngliches rustikales Landbrot, und es zwei Tage liegen lassen. Dieses Brot ist frisch schon relativ fest, deshalb kann man es kurz in Wasser einweichen und gut ausdr&#252;cken, ehe es in den Salat kommt. Baguette oder &#252;berhaupt frisches Brot wird dadurch aber matschig, das Ergebnis ist dann eher eine kalte Brotsuppe als ein Brotsalat. Es ist besser, den Salat eine halbe Stunde durchziehen zu lassen. Er darf aber nicht in den K&#252;hlschrank, weil K&#228;lte das Aroma der Tomaten zerst&#246;rt. Mein Rezept orientiert sich an einem Rezept von Anna del Conte.</p>
<p><strong>Zutaten f&#252;r 4 Personen:</strong> 1 rote Zwiebel, 6 EL Oliven&#246;l, 2 zerdr&#252;ckte Knoblauchzehen,  4 reife Tomaten, 1 kleine Salatgurke, 2 eingesalzene Sardellenfilets, eine Handvoll zerpfl&#252;ckte frische Basilikumbl&#228;tter, 2 EL Rotweinessig, 200 g italienisches Landbrot ohne Rinde. <strong>Zubereitung:</strong> 2-3 Stunden vorher die Zwiebel in sehr d&#252;nne Scheiben schneiden, in einer Sch&#252;ssel mit kaltem Wasser und 1 TL Salz bedecken und stehen lassen. Oliven&#246;l und Knoblauch in eine Sch&#252;ssel geben (evtl. auch noch 2 getrocknete Chilischoten) und genauso lange durchziehen lassen. Tomaten entkernen und in kleine W&#252;rfel schneiden, den Saft auffangen; Salatgurke sch&#228;len, l&#228;ngs halbieren und evtl. die Kerne herausschaben, in Scheiben schneiden; Sardellenfilets absp&#252;len und klein schneiden. Alles mit dem Tomatensaft und dem Basilikum in eine Sch&#252;ssel geben. Zwiebelscheiben abtropfen lassen und darunter mischen. Knoblauch aus dem &#214;l nehmen, 2 EL Essig in das &#214;l gie&#223;en und mit einem Schneebesen kr&#228;ftig schlagen, &#252;ber den Salat gie&#223;en, salzen und pfeffern. Das Brot in W&#252;rfel schneiden und unter den Salat mengen, evtl. nachw&#252;rzen. Vor dem Servieren etwas durchziehen lassen.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<ul>
<li>Theatlantic.com: Corby Kummer, Tuscan Tomatoes</li>
<li>Vinit.net: La panzanella: Storia di un piatto umile</li>
</ul>
<hr style="border:0; border-bottom: 1px dotted #333;" /><p>"<a href="http://petrafoede.de/blog/2010/07/28/panzanella-brotsalat-aus-der-toskana/" title="Panzanella - Brotsalat aus der Toskana">Panzanella - Brotsalat aus der Toskana</a>" was originally posted by Petra Foede on Kaffeeklatsch. All rights are reserved by the author.</p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Zeitreise: Hungrig in Paris</title>
		<link>http://petrafoede.de/blog/2010/07/24/zeitreise-hungrig-in-paris/</link>
		<comments>http://petrafoede.de/blog/2010/07/24/zeitreise-hungrig-in-paris/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 11:25:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>

		<category><![CDATA[Restaurants]]></category>

		<category><![CDATA[19. Jahrhundert]]></category>

		<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>

		<category><![CDATA[Paris]]></category>

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		<description><![CDATA[Tun wir einmal so, als bef&#228;nden wir uns mitten im 19. Jahrhundert und geh&#246;rten zu den privilegierten Kreisen, die sich Reisen ins Ausland leisten konnten. Unser Ziel ist Paris, damals quasi die Kulturhauptstadt Europas und ein Paradies f&#252;r Feinschmecker. W&#228;hrend es in Deutschland zu dieser Zeit au&#223;erhalb von Hotels noch gar keine gehobene Gastronomie gab, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tun wir einmal so, als bef&#228;nden wir uns mitten im 19. Jahrhundert und geh&#246;rten zu den privilegierten Kreisen, die sich Reisen ins Ausland leisten konnten. Unser Ziel ist Paris, damals quasi die Kulturhauptstadt Europas und ein Paradies f&#252;r Feinschmecker. W&#228;hrend es in Deutschland zu dieser Zeit au&#223;erhalb von Hotels noch gar keine gehobene Gastronomie gab, verf&#252;gte Paris &#252;ber rund ein Dutzend Gourmettempel und unz&#228;hlige Restaurants aller Kategorien.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/paris-boulevard-st-denis.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2142" title="paris-boulevard-st-denis" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/paris-boulevard-st-denis.jpg" alt="paris-boulevard-st-denis" width="480" height="313" /></a></p>
<p>In Paris angekommen, mussten Deutsche sich zun&#228;chst einmal daran gew&#246;hnen, dass hier so wenig gegessen wird. Oder besser gesagt, so selten. Man fr&#252;hst&#252;ckt nicht vor 9 Uhr, und statt Brot mit Marmelade oder K&#228;se gibt es nur „kleine Br&#246;tchen&#8221; zu Milchkaffee oder hei&#223;em Kakao - Croissants kannte man damals noch nicht. Oder man isst eine Bouillon mit Fleisch und trinkt danach den Kaffee. Und dann gibt es stundenlang nichts bis zur warmen Hauptmahlzeit, die zwischen 16 und 19 Uhr eingenommen wird. Also Mittag- und Abendessen zugleich. Kein Gabelfr&#252;hst&#252;ck zwischendurch, keine Kaffeestunde - da mag so manchem Tourist der Magen bis auf die Kniekehlen gehangen haben. Rettung boten da nur die kleinen Cafés mit ihrem Angebot an Eis und Geb&#228;ck.</p>
<h3>Im Palais Royal</h3>
<p>Wo essen wir? Die beste Adresse war das Palais Royal mit <em>Very</em>, <em>Véfour</em> und den <em>Trois Frères Proven</em><em>ç</em><em>aux</em>, die Oliven&#246;l und Knoblauch in Paris gesellschaftsf&#228;hig gemacht hatten, au&#223;erdem das <em>Café de Paris</em> und das <em>Café Anglais</em>, die trotz ihres Namens echte Restaurants waren. Dort speisten die G&#228;ste an Marmortischen unter riesigen Kronleuchtern; die W&#228;nde waren mit Spiegeln und Gem&#228;lden behangen, die St&#252;hle mit rotem Pl&#252;sch bezogen. Die Speisekarte listete rund 400 Gerichte auf.</p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_2144" class="wp-caption aligncenter" style="width: 399px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/restaurant-les-trois-freres-provencaux-1842.jpg"><img class="size-full wp-image-2144 " title="restaurant-les-trois-freres-provencaux-1842" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/restaurant-les-trois-freres-provencaux-1842.jpg" alt="Les Trois Frères Provencaux" width="389" height="263" /></a><p class="wp-caption-text">Les Trois Frères Provencaux</p></div>
<p>Dann gab es unz&#228;hlige „Restaurants à prix fixe&#8221; der oberen und mittleren Kategorie. Im Obergeschoss des Palais Royal, wo es einfacher zuging, bekam man f&#252;r zwei Franc eine Suppe, vier Gerichte, ein Dessert und eine halbe Flasche Wein. Zwei Franc, das war damals der durchschnittliche Tageslohn Pariser Handwerker. Aber die a&#223;en nat&#252;rlich nicht im Palais Royal.</p>
<h3>Die ersten Schnellrestaurants</h3>
<p>Erstaunlicherweise gab es auch schon Schnellrestaurants. Eines hie&#223; <em>Katcomb</em> und geh&#246;rte einem Engl&#228;nder. Eduard Kollof war 1839 dort: „Alle f&#252;nfzehn Minuten etwa wird eine neue Auflage von Mittagessen ausgegeben; die ges&#228;ttigten M&#228;gen begeben sich ins Comptoir (= Zahlstube), bezahlen ihre Zeche und treten den leeren &#8230; M&#228;gen ihre Pl&#228;tze ab.&#8221; Die Mahlzeit kostete 21 Sous und bestand aus Roastbeef mit Kartoffeln. Immer, jeden Tag. „Sie fragen nach Servietten, die gelten hier f&#252;r Luxusartikel; ziehen wir das Tischtuch ein wenig &#252;ber die Knie &#8230; Katcomb bringt 1/8 Flasche rothen Wein, zwei gigantische in Wasser abgebr&#252;hete Kartoffeln und ein enormes St&#252;ck Rostbeef &#8230;&#8221;.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/restaurant-boeuf-a-la-mode.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2150" title="restaurant-boeuf-a-la-mode" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/restaurant-boeuf-a-la-mode.jpg" alt="restaurant-boeuf-a-la-mode" width="392" height="337" /></a></p>
<p>Sehr speziell war ein anderes Lokal, in dem nach der Stoppuhr gegessen wurde: Eine Viertelstunde Kartoffeln und Hammelbraten f&#252;r 20 Sous. Im Ernst. Folgen wir Kollof einfach unauff&#228;llig: „Die K&#246;chin l&#228;utet mit der Glocke und gibt das Signal zum Anfangen. Messer, Gabeln und Kinnbacken setzen sich in l&#228;rmende Bewegung &#8230; man verliert keine Minute, die Gerichte zu loben oder zu tadeln &#8230; Die K&#246;chin zeigt sich nicht knickerig &#8230; sie beeilt sich, die ausgeleerten Sch&#252;sseln wieder mit erstickenden und gepfefferten Gerichten anzuf&#252;llen &#8230; Ein abermaliges L&#228;uten der E&#223;glocke verk&#252;ndet das Ende der Mahlzeit; in einem Nu sind Sch&#252;sseln, Teller und Tischtuch verschwunden &#8230;&#8221;.</p>
<h3>Essen als Lotterie</h3>
<p>Vielen Arbeitern und Studenten blieben nur die kleinen Gark&#252;chen, wo sie Besteck und Brot selbst mitbringen mussten. Daf&#252;r gab es die Suppe dort f&#252;r zwei und Braten f&#252;r sechs Sous. Doch es ging noch billiger und vor allem skurriler. „Au hazard de la fourchette&#8221;, zu deutsch „auf gut Gl&#252;ck mit der Gabel&#8221;, stand &#252;ber der T&#252;r der billigsten Gark&#252;che. Dort gab es weder Tische noch St&#252;hle, nur einen riesigen Kessel, gef&#252;llt mit Br&#252;he, minderwertigem Fleisch und Gem&#252;se. F&#252;r einen Sou erhielt der Hungrige eine Nummer und eine Gabel, mit der er genau einmal in der tr&#252;ben Br&#252;he fischen durfte. Was er herausholte, war seine Mahlzeit. Oft genug war es nichts, dann blieb als Trostpreis nur ein Schluck Br&#252;he &#8230;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/paris-suppenverkauferin.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-2154" title="paris-suppenverkauferin" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/paris-suppenverkauferin-1024x682.jpg" alt="paris-suppenverkauferin" width="430" height="286" /></a></p>
<p>Aber an diese Orte verirrten sich keine Touristen. Kehren wir als gut betuchte Reisende also zur&#252;ck ins Palais Royal und - erleben ein Deja-vu. In den heiligen Hallen herrschte n&#228;mlich Qualmverbot, und so berichtet Kollof: „Die Tische vor dem <em>Café de Foy</em>, welches jetzt die Wirthschaft im Garten hat, sind stets besetzt; einen guten Theil davon accapariren (= besetzen) jeden Abend die Deutschen, weil man daselbst rauchen darf.&#8221; Liebe Zeitreisende, bitte aussteigen, wir sind in der Gegenwart angekommen.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<ul>
<li>Eduard Kollof, <em>Schilderungen aus Paris</em>, Band 1, Hamburg 1839</li>
<li>Adolf Lenz, <em>Acht Tage in Paris: Ein vollst&#228;ndiges Gem&#228;lde der franz&#246;sischen Hauptstadt und der n&#228;chsten Umgebungen</em>, Leipzig 1855</li>
</ul>
<hr style="border:0; border-bottom: 1px dotted #333;" /><p>"<a href="http://petrafoede.de/blog/2010/07/24/zeitreise-hungrig-in-paris/" title="Zeitreise: Hungrig in Paris">Zeitreise: Hungrig in Paris</a>" was originally posted by Petra Foede on Kaffeeklatsch. All rights are reserved by the author.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Geschmack der Sechziger Jahre</title>
		<link>http://petrafoede.de/blog/2010/07/20/der-geschmack-der-sechziger-jahre/</link>
		<comments>http://petrafoede.de/blog/2010/07/20/der-geschmack-der-sechziger-jahre/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 09:35:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>

		<category><![CDATA[Rezepte]]></category>

		<category><![CDATA[1960er Jahre]]></category>

		<category><![CDATA[Deutsche Küche]]></category>

		<category><![CDATA[Kochbuch]]></category>

		<category><![CDATA[Salat]]></category>

		<category><![CDATA[Stüssgen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Was war in den Sechziger Jahren die wichtigste Zutat in der deutschen K&#252;che? Zwiebeln? Maggi? Butter? Alles falsch. Die wichtigste Zutat war LIEBE, wie der Hausfrau immer wieder eindringlich nahe gebracht wurde - wie auch immer man Liebe in einen Kochtopf hinein bekommt &#8230; Es gab eine popul&#228;re Rezeptsammlung mit dem Untertitel „f&#252;r Frauen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 	 	 --></p>
<p>Was war in den Sechziger Jahren die wichtigste Zutat in der deutschen K&#252;che? Zwiebeln? Maggi? Butter? Alles falsch. Die wichtigste Zutat war LIEBE, wie der Hausfrau immer wieder eindringlich nahe gebracht wurde - wie auch immer man Liebe in einen Kochtopf hinein bekommt &#8230; Es gab eine popul&#228;re Rezeptsammlung mit dem Untertitel „f&#252;r Frauen, die mit Liebe kochen&#8221;, und in der DDR wurde f&#252;r den Maggi-Ersatz mit dem Slogan „Koche mit Liebe, w&#252;rze mit Bino&#8221; geworben. Wobei die Idee, dass Kochen etwas mit Liebe zu tun hat, nat&#252;rlich viel &#228;lter ist. Das Motto „Das Herz des Mannes wird am Kochtopf gewonnen&#8221;, das sich seit dem 19. Jahrhundert durch die Frauenratgeber zieht, w&#228;re einen eigenen Artikel wert. Heute will ich eigentlich nur &#252;ber ein Kochbuch aus den Sechziger Jahren schreiben, das mit dem Satz <em>Liebe geht durch den Magen </em>beginnt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/pict2358.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2130" title="pict2358" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/pict2358.jpg" alt="pict2358" width="258" height="309" /></a></p>
<h3>Das Cornelia-Kochbuch</h3>
<p>Das Cornelia-Kochbuch stammt von der Cornelius St&#252;ssgen AG, die 1952 in Br&#252;hl das erste deutsche Lebensmittelgesch&#228;ft mit Selbstbedienung er&#246;ffnete. Der Rheinl&#228;nder St&#252;ssgen (1877-1956) war ein sehr innovativer Mann, der schon um 1900 in seinen L&#228;den Lebensmittel vorverpacken lie&#223; und die Hausmarke <em>Cornelia</em> einf&#252;hrte. Auch die Kundenzeitung hie&#223; so. Diese Cornelia gab es nat&#252;rlich nicht, genauso wenig wie die Schweizerin Betty Bossi, aber offenbar kamen immer wieder Kundenanfragen, die an „Cornelia&#8221; adressiert waren. Also lie&#223; St&#252;ssgen sie von der Witwe eines fr&#252;heren Vorstandsmitglieds spielen, die sich an der Telefon-Hotline mit „Cornelia&#8221; meldete, Hausf&#252;hrungen f&#252;r Besuchergruppen machte und der Marke auch ihr Gesicht lieh. Obwohl sie gar nicht Cornelia hie&#223;.</p>
<p>Achja, das Kochbuch &#8230; Es ist ein Sammelordner mit jeweils f&#252;nf Wochenpl&#228;nen f&#252;r Sommer und Winter, die Rezepte dazu alphabetisch geordnet, von Amazonas-Salat bis Zwetschgenkn&#246;del. Solche Speisepl&#228;ne spiegeln ja ganz gut den kulinarischen Zeitgeist wider, den Spagat zwischen traditioneller Hausmannskost und „moderner K&#252;che&#8221;.</p>
<p>Hier ein Wochenplan f&#252;r einen Sommer der Sechziger Jahre:</p>
<ul>
<li><strong>Montag:</strong> Hollywood-Salat (Gurke mit Orange und Salami) - <a href="http://petrafoede.de/blog/2010/05/08/retro-kuche-chicoree-anonym/">&#220;berbackene Chicoreer&#246;llchen</a> mit Reis - Tee-Creme</li>
<li><strong>Dienstag:</strong> Grie&#223;suppe - Geschmorte Schweinerippchen mit Schnittbohnen und Reibekuchen - Erdbeer-Buttermilch-Speise</li>
<li><strong>Mittwoch:</strong> Melonensalat - Schwalbennester (gef&#252;llte Kalbsrouladen) mit Leipziger Allerlei und Herzogin-Kartoffeln - Westf&#228;lische Sahnespeise (mit Pumpernickel)</li>
<li><strong>Donnerstag:</strong> Ausgebackene Champignons - Kalbsfrikassee mit Reis und Salat - Kirschgelee</li>
<li><strong>Freitag:</strong> Gef&#252;llte Selleriescheiben - Bunte Fischpfanne mit Kartoffelp&#252;ree - Grie&#223;schnitten</li>
<li><strong>Samstag:</strong> Hering in Senfsauce auf Toast - <a href="http://petrafoede.de/blog/2010/06/01/aus-omas-kueche-falscher-hase/">Hackbraten mit Ei</a>, Kartoffeln und Kohlrabi - Schokoladensoufflé</li>
<li><strong>Sonntag:</strong> Amazonas-Salat - Pfeffersteak mit Kroketten und Salat - Gef&#252;llte Ananas</li>
</ul>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_2135" class="wp-caption aligncenter" style="width: 397px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/amazonas2.jpg"><img class="size-full wp-image-2135   " title="amazonas2" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/amazonas2.jpg" alt="Amazonas-Salat" width="387" height="329" /></a><p class="wp-caption-text">Amazonas-Salat</p></div>
<h3>Rezept: Amazonas-Salat</h3>
<p><strong>Zutaten f&#252;r 4 Portionen:</strong> 1 Apfel, 1 Banane, 50 g Schinken, 1 EL gehackte Waln&#252;sse (hatte ich nicht da), 1 EL Mayonnaise, 1 EL Quark, 1 EL Ketchup, Zitronensaft. <strong>Zubereitung:</strong> Den gesch&#228;lten Apfel w&#252;rfeln, die Banane in Scheiben und den Schinken in Streifen schneiden. Zusammen mit den Waln&#252;sseln in eine Sch&#252;ssel geben, vermischen und mit etwas Zitronensaft betr&#228;ufeln. Die Mayonnaise mit Quark und Ketchup verr&#252;hren und unter den Salat heben. Da es in den Sechzigern chic war, Salat in ausgeh&#246;hlten Grapefruit, Orangen oder Melonen zu servieren, habe ich das mal gemacht, auch wenn das Kochbuch das nicht vorsieht.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<ul>
<li>Wikipedia-Artikel zu Cornelius St&#252;ssgen</li>
<li>Beitrag von Hans-J&#252;rgen Weber in <em>Wisement</em> Nr. 12, Juni 2007</li>
</ul>
<hr style="border:0; border-bottom: 1px dotted #333;" /><p>"<a href="http://petrafoede.de/blog/2010/07/20/der-geschmack-der-sechziger-jahre/" title="Der Geschmack der Sechziger Jahre">Der Geschmack der Sechziger Jahre</a>" was originally posted by Petra Foede on Kaffeeklatsch. All rights are reserved by the author.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Picknick anno dazumal</title>
		<link>http://petrafoede.de/blog/2010/07/16/picknick-anno-dazumal/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 10:02:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>

		<category><![CDATA[England]]></category>

		<category><![CDATA[Picknick]]></category>

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		<description><![CDATA[
Als Kinder haben wir im Garten Picknick gespielt, mit karierter Decke und Plastikgeschirr; auch an den ein oder anderen Ausflug ins Gr&#252;ne erinnere ich mich. Wichtigstes Utensil war dabei eine karierte Plastikk&#252;hltasche mit „K&#252;hlelementen&#8221;, die maximal drei Stunden hielten, was ihr Name versprach. Doch obwohl es fr&#252;her nicht mal K&#252;hltaschen gab, str&#246;mten seit dem 18. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 	 	 --></p>
<p>Als Kinder haben wir im Garten Picknick gespielt, mit karierter Decke und Plastikgeschirr; auch an den ein oder anderen Ausflug ins Gr&#252;ne erinnere ich mich. Wichtigstes Utensil war dabei eine karierte Plastikk&#252;hltasche mit „K&#252;hlelementen&#8221;, die maximal drei Stunden hielten, was ihr Name versprach. Doch obwohl es fr&#252;her nicht mal K&#252;hltaschen gab, str&#246;mten seit dem 18. Jahrhundert immer mehr St&#228;dter an Sonn- und Feiertagen hinaus in die Natur, um im Freien zu essen und sich dem Kampf mit Ameisen und M&#252;cken zu stellen. Die urspr&#252;ngliche Idee des Picknickens war allerdings, dass jeder Eingeladene etwas Ess- oder Trinkbares mitbringt, um die Gastgeber zu entlasten; die Mahlzeit konnte auch im Haus stattfinden.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/james_tissot_-_la_partie_carree.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2111" title="james_tissot_-_la_partie_carree" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/james_tissot_-_la_partie_carree.jpg" alt="james_tissot_-_la_partie_carree" width="384" height="308" /></a></p>
<h3>Die Erfindung des Picknicks</h3>
<p>Um die Erfindung des Picknicks streiten Engl&#228;nder und Franzosen und dabei will ich nicht weiter st&#246;ren. In beiden L&#228;ndern kam das Wort Mitte des 18. Jahrhundert auf, wenig sp&#228;ter auch in Deutschland. Die eifrigsten Freiluft-Picknicker waren dann letztlich die Briten, die dem Vorbild von Queen Victoria nacheiferten, f&#252;r die der typische Picknickkorb mit Deckel erfunden wurde, in dem Geschirr und Besteck festgeschnallt werden k&#246;nnen.</p>
<p>Das Picknick des 19. Jahrhunderts war eine gut geplante Angelegenheit, zu der f&#246;rmlich eingeladen wurde. Nat&#252;rlich wurden auch die jeweiligen Essensspenden nicht einfach dem Zufall &#252;berlassen, damit die Gesellschaft nicht am Ende mit einem Dutzend Kartoffelsalaten und zehn S&#252;lzen dasa&#223;. Es war also &#252;blich, den G&#228;sten schriftlich mitzuteilen, was sie mitbringen sollten. Bei einer spa&#223;igen Variante wurden die geplanten Gerichte von der Gastgeberin nummeriert und die Teilnehmer zogen Lose. In jedem Fall war sichergestellt, dass niemand einfach irgendwas brachte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/picknick-tissot.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2115" title="picknick-tissot" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/picknick-tissot.jpg" alt="picknick-tissot" width="360" height="266" /></a></p>
<p>Wir sprechen hier nicht von kleinen famili&#228;ren Picknicks, die es auch gab, sondern von einer Art Sommerparty. Kochbuchautorin Isabella Beeton plant 1861 ein Picknick f&#252;r 40 Personen und empfiehlt als Verpflegung kaltes Roastbeef, kaltes Rindfleisch, Lamm, Wildgefl&#252;gel, zwei gebratene Enten, einen Schinken, vier gef&#252;llte Pies, sechs Hummer, 18 K&#246;pfe gr&#252;nen Salat, sechs Gurken, einen gro&#223;en kalten Plumpudding, diverse S&#252;&#223;speisen, ein paar Pfund Brot &#8230;</p>
<h3>Die &#196;ra der Verpackungskunst</h3>
<p>Das musste nat&#252;rlich alles zum Picknickplatz transportiert werden, mitsamt Geschirr und Besteck. Es gab weder K&#252;hlboxen noch Tuppersch&#252;sseln. Der gewaschene und getrocknete Salat wurde in Stoffservietten gepackt, das Dressing kam in ein Schraubglas. Die Butter reiste im Porzellangef&#228;&#223;, das zum K&#252;hlen mit gr&#252;nen Bl&#228;ttern umwickelt war. Fruchtsalat f&#252;llte man in gro&#223;e Marmeladengl&#228;ser mit Schraubverschluss. Gekochter Lachs wurde in festes Papier und dann in Kohlbl&#228;tter eingewickelt. Auch die beliebten Sandwiches kamen in Kohl- oder Salatbl&#228;tter, alles nochmal eingeh&#252;llt in feuchte T&#252;cher.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/pict2325.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2118" title="pict2325" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/pict2325.jpg" alt="pict2325" width="398" height="393" /></a></p>
<p>Die Erfindung der Pappteller 1867 wurde von den Ausfl&#252;glern sehr begr&#252;&#223;t, einige Zeit sp&#228;ter gab es auch Pappbecher und Papierservietten. Das reduzierte den Ballast der &#252;blichen Picknick-Ausr&#252;stung, zu der oft auch Tische und Klappst&#252;hle geh&#246;rten, auf jeden Fall aber Wasserkessel und Spirituskocher f&#252;r Tee oder Kaffee. Und wenn die Gastgeber dann auch noch an Streichh&#246;lzer, Korkenzieher, Flaschen- und Dosen&#246;ffner sowie Messer und Gabeln gedacht hatten, stand einem zwanglosen kleinen Picknick nichts mehr im Wege.</p>
<p><strong>Quelle:</strong></p>
<p><em>Every Woman&#8217;s Encyclopedia</em>, London 1910-1912</p>
<hr style="border:0; border-bottom: 1px dotted #333;" /><p>"<a href="http://petrafoede.de/blog/2010/07/16/picknick-anno-dazumal/" title="Picknick anno dazumal">Picknick anno dazumal</a>" was originally posted by Petra Foede on Kaffeeklatsch. All rights are reserved by the author.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Paella, der Stolz Valencias</title>
		<link>http://petrafoede.de/blog/2010/07/12/paella-der-stolz-valencias/</link>
		<comments>http://petrafoede.de/blog/2010/07/12/paella-der-stolz-valencias/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 09:10:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>

		<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>

		<category><![CDATA[Reis]]></category>

		<category><![CDATA[Safran]]></category>

		<category><![CDATA[Valencia]]></category>

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Paella ist f&#252;r die spanische K&#252;che das, was Risotto f&#252;r die italienische ist. Die eigentliche Heimat des „spanischen Nationalgerichts&#8221; ist Valencia, wo rund um die S&#252;&#223;wasserlagune Albufera schon seit dem Mittelalter Reis angebaut wird, eingef&#252;hrt von den maurischen Eroberern. Die heutige Paella valenciana ist eigentlich ein Festessen, das sich &#252;ber Jahrhunderte hinweg aus sehr einfachen [...]]]></description>
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<p>Paella ist f&#252;r die spanische K&#252;che das, was Risotto f&#252;r die italienische ist. Die eigentliche Heimat des „spanischen Nationalgerichts&#8221; ist Valencia, wo rund um die S&#252;&#223;wasserlagune Albufera schon seit dem Mittelalter Reis angebaut wird, eingef&#252;hrt von den maurischen Eroberern. Die heutige Paella valenciana ist eigentlich ein Festessen, das sich &#252;ber Jahrhunderte hinweg aus sehr einfachen Reisgerichten dieser Region entwickelt hat.</p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_2092" class="wp-caption aligncenter" style="width: 466px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/paella.jpg"><img class="size-full wp-image-2092  " title="paella" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/paella.jpg" alt="Paella in einem Restaurant in Valencia" width="456" height="309" /></a><p class="wp-caption-text">Paella in einem Restaurant in Valencia</p></div>
<h3>Paella valenciana</h3>
<p>W&#228;hrend meiner Zeit in Valencia fuhren wir an einem sonnigen Wochenende raus „aufs Land&#8221;, wo ein Bekannter meiner Gastfamilie ein Gut mit Orangenplantage hatte. Eine Einladung zu einer traditionellen Paella. Daf&#252;r wird im Freien ein Holzfeuer entfacht und darauf kommt ein Dreibein mit einer gro&#223;en flachen Henkelpfanne. Was passiert, sobald das Feuer lodert? Genau: Es bilden sich zwei Gruppen, die M&#228;nner widmen sich der Hauptmahlzeit und die Frauen machen Salat (oder pfl&#252;cken Orangen). Das sind nationalit&#228;tsunabh&#228;ngige Urinstinkte &#8230;</p>
<p>Da ich im Orangenhain war, bekam ich von der eigentlichen Zubereitung der Paella also nichts mit.  Als ich zur&#252;ckkam, inspizierte ich die Pfanne, um die die M&#228;nner herumstanden, etwas n&#228;her: Gelber Reis, gr&#252;ne Bohnen, Tomaten, Huhn, Kaninchen &#8230; und dunkle „Schalen&#8221;, die ich ganz naiv f&#252;r Muscheln hielt, bis das Stichwort <em>caracoles</em> fiel - Schnecken! Huch! Ich hatte keine Ahnung, dass das eine traditionelle Paella-Zutat ist. Gegessen wurde dann auch ganz traditionell: Die Frauen sa&#223;en am Tisch und a&#223;en vom Teller, w&#228;hrend die M&#228;nner sich mit h&#246;lzernen L&#246;ffeln direkt aus der Pfanne bedienten, im Stehen. Mein Teller war optisch schneckenfrei, immerhin. Spanier sind sehr h&#246;flich zu G&#228;sten.</p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_2095" class="wp-caption aligncenter" style="width: 394px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/paella-2007.jpg"><img class="size-full wp-image-2095  " title="paella-2007" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/paella-2007.jpg" alt="Paella in der N&#228;he von Barcelona" width="384" height="262" /></a><p class="wp-caption-text">Paella in der N&#228;he von Barcelona</p></div>
<h3>Die Geschichte der Paella</h3>
<p>Die Paella hat ihren Namen von der flachen weiten Pfanne, in der sie zubereitet wird, auf Lateinisch <em>patella</em>; die Spanier machten daraus im Mittelalter <em>padiella</em> und <em>paella</em>. Die Pfanne sah aber fr&#252;her noch anders aus und ist wesentlich &#228;lter als das Gericht; Pfannen sind ja vielseitig verwendbar. Die maurischen Eroberer brachten den Reis nach Spanien und auch an die K&#252;ste von Valencia, aber das hei&#223;t nicht, dass er sich schnell als Lebensmittel durchgesetzt h&#228;tte. In den alten spanischen Kochb&#252;chern kommt er nicht vor. Reis galt als heilende Krankenkost, teilweise wurde er zu Mehl vermahlen.</p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_2098" class="wp-caption aligncenter" style="width: 483px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/valencia-reisernte.jpg"><img class="size-full wp-image-2098 " title="valencia-reisernte" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/valencia-reisernte.jpg" alt="Reisernte in Valencia um 1900" width="473" height="238" /></a><p class="wp-caption-text">Reisernte in Valencia um 1900</p></div>
<p>Nach der Vertreibung der Mauren 1492 wurde der Reisanbau zun&#228;chst offiziell verboten, weil man die Ausbreitung von Malaria in den Feuchtgebieten bef&#252;rchtete. Das Verbot wurde in der Albufera aber offenbar missachtet, weil sich die Anbauer dort inzwischen von Reis ern&#228;hrten. Jedenfalls bescheinigt ein gewisser Francisco de Paula Marti den Valencianern schon 1513, sie kochten ganz hervorragend Reis, mit Fleisch, mit Fisch oder mit Gem&#252;se. Die einfachen Leute erg&#228;nzten ihren Reis, der bei Paella &#228;hnlich wie bei Pilaw nicht umger&#252;hrt wird, durch das, was die Natur der Region umsonst hergab: Aal, Fr&#246;sche, Wildenten, Kaninchen, Schnecken &#8230;</p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_2101" class="wp-caption aligncenter" style="width: 419px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/valencia-paella.jpg"><img class="size-full wp-image-2101  " title="valencia-paella" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/valencia-paella.jpg" alt="Paella um 1900 in Valencia" width="409" height="270" /></a><p class="wp-caption-text">Paella um 1900 in der Region Valencia</p></div>
<p>Dionisio Pérez schrieb jedenfalls noch 1929: „Die echte authentische Paella, urspr&#252;nglich und traditionell, enth&#228;lt nichts au&#223;er Aal, Schnecken und gr&#252;nen Bohnen.&#8221; Von Paella war zum ersten Mal 1840 die Rede, das erste Rezept erschien 1861. Vorher gab es &#252;berregional die Bezeichnung <em>Arroz a la Valenciana</em>, aber das war oft eine bunte Reisplatte, so wie sie ein Tourist dieser Zeit beschrieb: „eine exzellente Mischung aus Reis und Tomaten, Paprika, Erbsen, Schinken, kleinen V&#246;geln und Huhn.&#8221; Erinnert das nicht schon verbl&#252;ffend an die moderne <em>Paella mixta</em>?</p>
<p>Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden Sonntagsausfl&#252;ge und Mahlzeiten im Freien popul&#228;r und die Paella wurde f&#252;r die Valencianos zu einem Festessen an Feiertagen mit den heute &#252;blichen Zutaten.</p>
<p>Hier zwei Rezepte, die mir ziemlich authentisch erscheinen, eines f&#252;r <a href="http://www.gastromacher.de/2009/01/paella-geschichte-und-rezept.html">Paella valenciana</a> (mit Schnecken!) und eines f&#252;r eine <a href="http://blogs.taz.de/kochblog/2007/05/11/paella-mixta-die-aus-alicante/">Paella mixta aus Alicante</a>.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<ul>
<li>Artikel <em>Paella</em> der spanischen Wikipedia</li>
<li>Carlos Azcoytia: Una approximaciòn a la historia del arroz en occidente y la paella</li>
</ul>
<hr style="border:0; border-bottom: 1px dotted #333;" /><p>"<a href="http://petrafoede.de/blog/2010/07/12/paella-der-stolz-valencias/" title="Paella, der Stolz Valencias">Paella, der Stolz Valencias</a>" was originally posted by Petra Foede on Kaffeeklatsch. All rights are reserved by the author.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Der K&#228;seigel im Partykeller</title>
		<link>http://petrafoede.de/blog/2010/07/08/der-kaeseigel-im-partykeller/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 10:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>

		<category><![CDATA[1970er Jahre]]></category>

		<category><![CDATA[Buchbesprechung]]></category>

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Es gibt B&#252;cher, die entf&#252;hren uns in unbekannte Welten und es gibt B&#252;cher, die beamen uns zur&#252;ck in unsere eigene Vergangenheit. Zu den letzteren geh&#246;rt Sie sind der Meinung, das war spitze! von Veronika Immler und Antje Steinh&#228;user. Wer den Titel spontan als Zitat der Fernsehsendung Dalli Dalli erkennt, wird bei der Lekt&#252;re vermutlich eine [...]]]></description>
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<p>Es gibt B&#252;cher, die entf&#252;hren uns in unbekannte Welten und es gibt B&#252;cher, die beamen uns zur&#252;ck in unsere eigene Vergangenheit. Zu den letzteren geh&#246;rt <em>Sie sind der Meinung, das war spitze!</em> von Veronika Immler und Antje Steinh&#228;user. Wer den Titel spontan als Zitat der Fernsehsendung <em>Dalli Dalli</em> erkennt, wird bei der Lekt&#252;re vermutlich eine Menge  Spa&#223; haben. Es geht um die Siebziger Jahre, das schrillste Jahrzehnt der bundesdeutschen Nachkriegszeit. Sp&#228;tergeborene, also die Jahrg&#228;nge ab 1980, k&#246;nnen sich nat&#252;rlich an so gut wie nichts aus dieser Phase erinnern, sie k&#246;nnten aber eine Menge &#252;ber die „Jugends&#252;nden&#8221; ihrer Eltern lernen.</p>
<p><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/pict2322.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2079" title="pict2322" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/pict2322-197x300.jpg" alt="pict2322" width="197" height="300" /></a>Das Buch ist ein bisschen nach dem Wundert&#252;ten-Prinzip zusammengestellt und streift in 43 Kurzkapiteln so ziemlich alles, was in den Siebzigern zur Alltagskultur geh&#246;rte. Zum Beispiel merkw&#252;rdige Freizeit-Happenings namens Dia-Abend, Sonntagsausfl&#252;ge zum Trimm-Dich-Pfad oder zur Minigolf-Anlage und ausgestorbene Hobbys wie Amateurfunken und Briefmarkensammeln. Wer erinnert sich noch an typische Einrichtungsgegenst&#228;nde wie Flokati, Sitzsack, Fototapete, Schrankwand oder Teppichfliesen?</p>
<p>Die Autorinnen berichten auch von ausgelassenen Feiern der Erwachsenen in fensterlosen Partykellern, Holz vert&#228;felt und ausgestattet mit Tresen und Barhockern. Da gab es Cocktails und Bowle oder auch den legend&#228;ren Kullerpfirsich, und nat&#252;rlich durfte der K&#228;seigel nicht fehlen. Die Alltagsk&#252;che war l&#228;ngst noch nicht so international wie heute, mit Zucchini und Auberginen konnte kaum jemand etwas anfangen, und die Kiwi war total exotisch. 1970 kam &#252;brigens die erste deutsche Tiefk&#252;hlpizza auf den Markt, „Pizza alla Romana&#8221; von Dr. Oetker. Nat&#252;rlich mit Wurstbelag. Feinschmecker delektierten sich in dieser Zeit aber vorzugsweise an Fondue, Raclette, Ragout fin in Fertigpasteten oder Cordon bleu.</p>
<p>Schade, dass der Verlag auf jegliche Bebilderung verzichtet hat, denn Fotos w&#228;ren bei diesem Buch nat&#252;rlich das T&#252;pfelchen auf dem i.</p>
<p>Veronika Immler/Antje Steinh&#228;user: <strong>Sie sind der Meinung, das war spitze! Als sich K&#228;seigel und John-Boy Walton im Partykeller Gute Nacht sagten</strong>, mvg Verlag 2010, 245 Seiten; 16,90 Euro</p>
<hr style="border:0; border-bottom: 1px dotted #333;" /><p>"<a href="http://petrafoede.de/blog/2010/07/08/der-kaeseigel-im-partykeller/" title="Der K&#228;seigel im Partykeller">Der K&#228;seigel im Partykeller</a>" was originally posted by Petra Foede on Kaffeeklatsch. All rights are reserved by the author.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Eton Mess</title>
		<link>http://petrafoede.de/blog/2010/07/04/eton-mess/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 10:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[England]]></category>

		<category><![CDATA[Rezepte]]></category>

		<category><![CDATA[Dessert]]></category>

		<category><![CDATA[Erdbeeren]]></category>

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Ich muss die unaufhaltsam zu Ende gehende Erdbeersaison ausnutzen, deshalb hier noch ein Erdbeerdessert, diesmal aus England. Eton Mess ist ein Gemisch aus Erdbeeren, Sahne und zerkr&#252;melten Baisers und wird von den Sch&#252;lern des Elite-Colleges Eton traditionell beim Picknick zum allj&#228;hrlichen Cricket-Match gegen die Z&#246;glinge aus Winchester gegessen. Dieses Match ist immer am 4. Juni, [...]]]></description>
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<p>Ich muss die unaufhaltsam zu Ende gehende Erdbeersaison ausnutzen, deshalb hier noch ein Erdbeerdessert, diesmal aus England. Eton Mess ist ein Gemisch aus Erdbeeren, Sahne und zerkr&#252;melten Baisers und wird von den Sch&#252;lern des Elite-Colleges Eton traditionell beim Picknick zum allj&#228;hrlichen Cricket-Match gegen die Z&#246;glinge aus Winchester gegessen. Dieses Match ist immer am 4. Juni, ich bin also genau einen Monat zu sp&#228;t dran, aber was soll&#8217;s &#8230; Es schmeckt auch im Juli.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/eton-mess2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2084" title="eton-mess2" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/eton-mess2.jpg" alt="eton-mess2" width="359" height="285" /></a></p>
<p style="text-align: center;">
<h3>Erdbeeren mit Schlagsahne - typisch britisch?</h3>
<p><em>Mess</em> hei&#223;t Durcheinander oder Unordnung, eine Anspielung auf das Aussehen des Desserts. Die sch&#246;nste Erfindungslegende besagt, dass Eton Mess entstanden ist, als sich ein gro&#223;er Labrador auf einen Picknickkorb gesetzt hat &#8230; K&#246;stlich. In Wirklichkeit haben die Jungs von Eton (es ist eine Jungenschule) wohl einfach gerne ihr Obst zum Nachtisch  vermatscht. Wobei es das, was heute Eton Mess hei&#223;t, noch nicht so wahnsinnig lange gibt. Fr&#252;her war das ein relativ simpler Mix aus zerdr&#252;ckten Erdbeeren oder auch Bananen mit Sahne, ohne Baiser, der im Sommer unter diesem Namen im Schulkiosk verkauft wurde. Die Baisers kamen offenbar erst in den 1970er Jahren dazu, als Idee eines Kochbuch-Autors. Und Erdbeeren mit Schlagsahne essen  - das ist keine Erfindung aus Eton.</p>
<p>Das hei&#223;t aber nicht, dass dieses Dessert keine Vergangenheit hat, ganz im Gegenteil. Eton Mess ist n&#228;mlich im Grunde ein <em>Fool</em>, eine britische S&#252;&#223;speise, die schon im 16. Jahrhundert bekannt war. Zun&#228;chst war das allerdings nur schaumig ger&#252;hrte Sahne, vermischt mit Rosenwasser, Zucker und Ingwer, also eher ein Getr&#228;nk. Mitte des 17. Jahrhunderts kamen dann zerdr&#252;ckte Fr&#252;chte hinzu; Stachelbeer-Fool war lange Zeit das englische Sommerdessert schlechthin. Aber Himbeeren, Erdbeeren oder Rhabarber wurden auch gerne genommen. Weshalb das Ganze <em>Fool</em> hei&#223;t, ist umstritten - aber wer m&#246;chte bei dieser Hitze schon in den Untiefen der Sprachforschung w&#252;hlen? Nicht einmal ich <img src='http://petrafoede.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<h3>Rezept</h3>
<p>Nach dem Motto <em>back to the roots</em> habe ich Eton Mess wieder in ein Fool verwandelt und einen Teil der Erdbeeren p&#252;riert. Statt Baisers habe ich Amarettini genommen, ist mal was anderes. <strong>Zutaten:</strong> Erdbeeren, Schlagsahne, Vanillinzucker, Amarettini. <strong>Zubereitung:</strong> Einen Teil der geputzten Erdbeeren vierteln, den anderen p&#252;rieren. Schlagsahne cremig schlagen, zwischendrin Zucker zugeben. Amarettini mit einem Nudelholz oder Fleischklopfer grob zerbr&#246;seln. Die Zutaten nach Lust und Laune schichtweise in eine Dessertschale f&#252;llen. Fertig.</p>
<p><strong>&#196;hnliche Artikel: <a href="http://petrafoede.de/blog/2010/06/10/erdbeeren-romanow-dessert-vom-zarenhof/">Erdbeeren Romanow</a></strong></p>
<hr style="border:0; border-bottom: 1px dotted #333;" /><p>"<a href="http://petrafoede.de/blog/2010/07/04/eton-mess/" title="Eton Mess">Eton Mess</a>" was originally posted by Petra Foede on Kaffeeklatsch. All rights are reserved by the author.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Aus Omas K&#252;che: Kaltschale</title>
		<link>http://petrafoede.de/blog/2010/06/29/aus-omas-kueche-kaltschale/</link>
		<comments>http://petrafoede.de/blog/2010/06/29/aus-omas-kueche-kaltschale/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 17:08:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>

		<category><![CDATA[Rezepte]]></category>

		<category><![CDATA[Aprikosen]]></category>

		<category><![CDATA[Dessert]]></category>

		<category><![CDATA[Deutsche Küche]]></category>

		<category><![CDATA[Suppe]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaltschale erinnert mich an die Sommer meiner Kindheit. Wenn es sehr hei&#223; war, so wie jetzt, dann gab es diese kalte Fruchtsuppe bei uns statt Mittagessen, mit einem Br&#246;tchen oder einem H&#246;rnchen dazu.
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Mit meiner Kaltschale nehme [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kaltschale erinnert mich an die Sommer meiner Kindheit. Wenn es sehr hei&#223; war, so wie jetzt, dann gab es diese kalte Fruchtsuppe bei uns statt Mittagessen, mit einem Br&#246;tchen oder einem H&#246;rnchen dazu.</p>
<p><strong>Note for international readers: Please use the translator at the sidebar, you will find it just above „Most popular posts&#8221;.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/pict2299.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2047" title="pict2299" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/pict2299.jpg" alt="pict2299" width="409" height="305" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Mit meiner Kaltschale nehme ich auf Einladung von <a href="http://monthsofediblecelebrations.blogspot.com/">Louise</a> an einem virtuellen Picknick teil.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/picnicdaylogo.png"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-2050" title="picnicdaylogo" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/picnicdaylogo-100x100.png" alt="picnicdaylogo" width="100" height="100" /></a></p>
<h3>Die Geschichte der Kaltschale</h3>
<p>Bevor ich zum Rezept komme, wie immer ein Blick zur&#252;ck in die Vergangenheit. Offensichtlich gab es „kalte Schalen&#8221; schon im 16. Jahrhundert, aber noch etwas anders als heute. Sie waren keine Suppen, sondern Getr&#228;nke mit Einlage, und die Basis war Bier oder Wein. Sp&#228;ter kamen Kaltschalen mit Milch hinzu, aber die meisten alten Rezepte enthalten Alkohol und erinnern ein bisschen an eine Bowle.</p>
<p>Sp&#228;testens im 18. Jahrhundert waren Kaltschalen in ganz Deutschland verbreitet und besonders bei den Damen beliebt. Zu dieser Zeit wurde aus dem Getr&#228;nk wahrscheinlich eine kalte Suppe, denn in einem Lexikon von 1715 wird ein spezieller Kaltschalen-Napf aus Porzellan beschrieben, der wie eine Suppentasse mit Deckel aussah, aber seitlich einen kleinen Ausguss mit Sieb hatte, durch den die Fl&#252;ssigkeit abgetrunken werden konnte.</p>
<p>Das <em>Damen-Conversationslexikon</em> schreibt 1836 &#252;ber die „Kalte Schale&#8221;:</p>
<blockquote><p>ein echt deutsches Gericht, das in hei&#223;er Jahreszeit in vielen Gegenden die Suppe ersetzt, wird auf mannigfache Weise, doch am &#246;ftersten aus gutem Bier, geriebenem Brot, Zucker, Zitronenschalen und kleinen Rosinen bereitet. Hier und da pflegt man dies Gemisch auch als k&#252;hlendes Getr&#228;nk au&#223;er der Mahlzeit, doch nur in den Nachmittagsstunden, zu genie&#223;en und vorz&#252;glich ber&#252;hmt ist in dieser Hinsicht die kalte Schale, welche die gl&#228;nzenden Vergn&#252;gungsorte in der Umgegend Berlins den Spazierg&#228;ngern bieten.</p></blockquote>
<p>Aus der Berliner Bierkaltschale entwickelte sich die Berliner Wei&#223;e mit Himbeer- oder Waldmeistersirup, aber das Original von damals bestand aus Bier, geriebenem Brot, Rosinen, Zucker und Zitrone.</p>
<h3>Rezept: Aprikosen-Kaltschale</h3>
<p><strong>Zutaten f&#252;r 4 Personen:</strong> 800 g Aprikosen, 400 ml Wei&#223;wein oder Apfelsaft, 400 ml Aprikosen- oder Pfirsichsaft, 2-3 EL Zucker, 1 P&#228;ckchen Vanillin-Zucker, Zitrone. <strong>Zubereitung:</strong> Aprikosen absp&#252;len, Schale anritzen, kurz in hei&#223;es Wasser legen und die Schale abziehen. Halbieren, entkernen und in Viertel schneiden. F&#252;r die Suppe Wein und Saft mit Zucker und ein paar Aprikosenkernen zum Kochen bringen. Achtung: Nie die Kerne von kleinen Wildaprikosen nehmen, die sind bitter und giftig! Die s&#252;&#223;en Kerne haben ein leichtes Mandelaroma. Aprikosen zugeben und etwa 5 Minuten im hei&#223;en Sud ziehen lassen. Um die Suppe anzudicken, einen Teil der Aprikosen p&#252;rieren und wieder zugeben. Man kann auch Speisest&#228;rke einr&#252;hren. Kerne herausnehmen, mit Zucker und Zitronensaft abschmecken und abk&#252;hlen lassen, kurz in den K&#252;hlschrank stellen.</p>
<p>Jetzt zum <strong>Picknick-Spiel</strong>, das so funktioniert wie bei uns das Spiel „Ich packe meinen Koffer&#8221;, nur wird statt des Koffers ein imagin&#228;rer Picknickkorb gepackt. Also das Spiel geht so: <em>I&#8217;m going to a picnic and I&#8217;m taking with me &#8230;</em></p>
<ul>
<li><a href="http://moderndayozzieandharriet.blogspot.com/2010/06/almond-joy-pie-for-picnic.html"><strong>Almond Joy Pie</strong></a></li>
<li><a href="http://grubandstuff.blogspot.com/2010/06/picnic-worthy-baked-beans.html"><strong>Baked Beans </strong></a></li>
<li><strong><a href="http://dyingforchocolate.blogspot.com/2010/06/chocolate-picnic-cake.html">Chocolate Picnic Cake</a> </strong></li>
<li><a href="http://sporadiccook.blogspot.com/2010/06/dutch-funnel-cake.html"><strong>Dutch Funnel Cake </strong></a></li>
<li><a href="http://simplerecipes.me/?p=2166"><strong>Easy Blender Chicken Pie</strong></a></li>
<li><a href="http://moveablefeastscookbook.blogspot.com/2010/06/culinary-history-101-five-bean-salad.html"><strong>Five Bean Salad</strong></a></li>
<li><a href="http://baskersfunfoods.blogspot.com/2010/06/picnic-game.html"><strong>Granola Bars</strong></a></li>
<li><a href="http://www.cinnamonspiceandeverythingnice.com/2010/06/herb-and-cheese-pasta-salad-for-picnic.html"><strong>Herb and Cheese Pasta Salad</strong></a><span style="font-family: Arial; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: normal; font-size: 18px; line-height: normal; font-size-adjust: none; font-stretch: normal;"><a href="http://www.cinnamonspiceandeverythingnice.com/2010/06/herb-and-cheese-pasta-salad-for-picnic.html"><strong> </strong></a><br />
</span></li>
<li><a href="http://raspberryandchipotle.blogspot.com/2010/06/international-picnic-day.html"><strong>Incredibly Fruity Raspberry Cakes</strong></a></li>
<li><a href="http://rochellesvintagerecipes.blogspot.com/2010/06/jeweled-picnic-bars.html"><strong>Jeweled Picnic Bars </strong></a></li>
<li>und meine <strong>Kaltschale<br />
</strong></li>
</ul>
<hr style="border:0; border-bottom: 1px dotted #333;" /><p>"<a href="http://petrafoede.de/blog/2010/06/29/aus-omas-kueche-kaltschale/" title="Aus Omas K&#252;che: Kaltschale">Aus Omas K&#252;che: Kaltschale</a>" was originally posted by Petra Foede on Kaffeeklatsch. All rights are reserved by the author.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gerichte mit Geschichte: Lasagne</title>
		<link>http://petrafoede.de/blog/2010/06/26/gerichte-mit-geschichte-lasagne/</link>
		<comments>http://petrafoede.de/blog/2010/06/26/gerichte-mit-geschichte-lasagne/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 10:58:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Italien]]></category>

		<category><![CDATA[Antike]]></category>

		<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>

		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>

		<category><![CDATA[Pasta]]></category>

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		<description><![CDATA[
Lasagne ist auch so ein Eckpfeiler der italienischen K&#252;che oder genauer gesagt der nord- und mittelitalienischen K&#252;che. Wir kennen vor allem die &#252;berbackene Lasagne al forno aus Bologna und der Emilia-Romagna, mit Ragù Bolognese und Béchamelsauce, aber es gibt viele Varianten. Es ist klar, dass das fr&#252;her kein Gericht f&#252;r arme Leute war. Bis aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 	 	 --></p>
<p>Lasagne ist auch so ein Eckpfeiler der italienischen K&#252;che oder genauer gesagt der nord- und mittelitalienischen K&#252;che. Wir kennen vor allem die &#252;berbackene Lasagne al forno aus Bologna und der Emilia-Romagna, mit Ragù Bolognese und Béchamelsauce, aber es gibt viele Varianten. Es ist klar, dass das fr&#252;her kein Gericht f&#252;r arme Leute war. Bis aus Lasagne das wurde, was wir heute essen, vergingen aber fast zweitausend Jahre, denn im alten Rom waren das noch frittierte Fladen aus Brotteig.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/lasagne.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2035" title="lasagne" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/lasagne.jpg" alt="lasagne" width="368" height="277" /></a></p>
<h3>Der weite Weg vom Fladen zur Pasta</h3>
<p>Das Wort Lasagne kommt vom griechischen <em>laganon</em>, einem flachen Geb&#228;ck (nein, nicht von <em>lasanum</em>, das war der Nachttopf). Der r&#246;mische Dichter Horaz a&#223; im 1. Jahrhundert vor Christus <em>laganum</em> mit Lauch und Kichererbsen, wie es zu seiner Zeit die Bauern taten; das war aber noch keine Pasta, sondern ein ger&#246;steter oder frittierter Fladen. Apicius kannte Jahrhunderte sp&#228;ter schon ein Gericht namens <em>lagana</em>, das an unsere moderne Lasagne erinnert: breite Teigstreifen mit einer Fleischauflage, die geschichtet und im Ofen gebacken wurden. Aber die Teigstreifen wurden vorher nicht gekocht, waren also noch keine Nudeln, sondern noch immer ein Geb&#228;ck. Immerhin hei&#223;en breite kurze Bandnudeln in Italien heute noch <em>Lagane</em>.</p>
<p>Im Laufe der Zeit ver&#228;ndert sich die Zubereitung. Isidor von Sevilla (* um 560) beschreibt <em>laganum</em> als „ein breites flaches Brot, das erst in Wasser gekocht und dann in &#214;l gebraten wird.&#8221; Erst im sp&#228;ten Mittelalter wird in Rezepten deutlich zwischen Brotteig und Teig f&#252;r Nudeln unterschieden. Im <em>Liber de coquina</em> aus dem 14. Jahrhundert gibt es eine schon ziemlich moderne Lasagne mit geriebenem K&#228;se mit dem Titel <em>De</em> <em>lasanis</em>. F&#252;r Interessierte hier das Rezept bei <a href="http://www.koch-welten.de/orgLasagneLiberdeCoquina.htm">Kochwelten.de</a>. Es war ein Gericht f&#252;r Adelsh&#246;fe. Die Teiglagen wurden mit Holzst&#228;bchen aufgepickt, denn man benutzte noch keine Gabeln. Zu dieser Zeit erschienen auch erste Lasagne-Rezepte in anderen L&#228;ndern, zum Beispiel in England. Im Sommerloch 2003 sorgte diese  Entdeckung f&#252;r eine Reihe von „Sensationsmeldungen&#8221; in britischen Zeitungen, weil ein Historiker behauptete, das sei der Beweis - Lasagne sei eine englische Erfindung. Was nat&#252;rlich Nonsens ist, aber die Engl&#228;nder haben ihren Spa&#223; damit.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/pict2289.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2039" title="pict2289" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/pict2289.jpg" alt="pict2289" width="244" height="312" /></a></p>
<p>Zur&#252;ck nach Italien, wo es um 1300 in Genua und in Florenz schon <em>lasagnari</em> gab, kleine Familienbetriebe, die frische Pasta herstellten. Es war eine Arbeit f&#252;r Frauen. &#220;berbackene Lasagne im modernen Sinne gab es nicht vor dem 18. Jahrhundert, wo das Gericht zum Beispiel am Hof von Neapel serviert wurde. In Palermo isst man Lasagne al forno gerne zu Weihnachten, &#252;ppig mit Ragù und Ricotta, w&#228;hrend Familien in der Emilia-Romagna damit laut Piero Camporesi fr&#252;her die Geburt eines M&#228;dchens feierten; war es ein Junge, dann gab es in Milch gekochte Gnocchi. Das bedeutet, dass die Gnocchi mehr gesch&#228;tzt wurden als Lasagne &#8230;</p>
<p>Ein Rezept f&#252;r Lasagne alla Bolognese gibt es zum Beispiel bei <a href="http://www.dlz-coc.de/wordpress/?p=1441">Claus</a>.</p>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<p>Silvano Serventi/Françoise Sabban, <em>Pasta: The story of a universal Food</em>, New York 2002</p>
<p><strong>&#196;hnliche Artikel: <a href="http://petrafoede.de/blog/2010/02/27/ragu-bolognese-geschichte-gedanken-und-ein-rezept/">Ragù Bolognese</a></strong></p>
<hr style="border:0; border-bottom: 1px dotted #333;" /><p>"<a href="http://petrafoede.de/blog/2010/06/26/gerichte-mit-geschichte-lasagne/" title="Gerichte mit Geschichte: Lasagne">Gerichte mit Geschichte: Lasagne</a>" was originally posted by Petra Foede on Kaffeeklatsch. All rights are reserved by the author.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>R&#228;tselhafte Namen auf der Speisekarte</title>
		<link>http://petrafoede.de/blog/2010/06/22/raetselhafte-namen-auf-der-speisekarte/</link>
		<comments>http://petrafoede.de/blog/2010/06/22/raetselhafte-namen-auf-der-speisekarte/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 11:18:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Gerichte mit Geschichte]]></category>

		<category><![CDATA[Kochkunst]]></category>

		<category><![CDATA[Speisekarte]]></category>

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		<description><![CDATA[
Die Zeit, in der K&#246;che neue Gerichte ber&#252;hmten Pers&#246;nlichkeiten widmeten, scheint endg&#252;ltig vorbei zu sein. Selbst Sophia Loren hat nur noch eine Pizza abbekommen (mit Spiegelei), Liz Taylor und Greta Garbo scheinen ganz leer ausgegangen zu sein. Heute nennen K&#246;che ihre Kreationen Kalbsfilet mit Wasabi-Schaum auf x an y oder so &#228;hnlich. Schluss mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 	 	 --></p>
<p>Die Zeit, in der K&#246;che neue Gerichte ber&#252;hmten Pers&#246;nlichkeiten widmeten, scheint endg&#252;ltig vorbei zu sein. Selbst Sophia Loren hat nur noch eine Pizza abbekommen (mit Spiegelei), Liz Taylor und Greta Garbo scheinen ganz leer ausgegangen zu sein. Heute nennen K&#246;che ihre Kreationen Kalbsfilet mit Wasabi-Schaum auf x an y oder so &#228;hnlich. Schluss mit dem Personenkult auf dem Teller.</p>
<p>Das hat durchaus sein Gutes, schlie&#223;lich mag nicht jeder etwas „à la Bismarck&#8221; oder „à la Metternich&#8221; essen, schon aus Prinzip. In Europa kam die Mode, Gerichte nach Personen zu nennen, offenbar in der Renaissance auf und wurde von Auguste Esscoffier Ende des 19. Jahrhunderts regelrecht zelebriert. Es soll aber schon im Alten &#196;gypten ein „Perlhuhn à la Nofretete&#8221; gegeben haben.</p>
<p>Viele Gerichte mit Personennamen stehen auch heute noch auf der Speisekarte. Ich habe hier mal eine Auswahl zusammengetragen:</p>
<ul>
<li><strong><a href="http://lamiacucina.wordpress.com/2009/11/23/rindstournedos-an-sauce-bearnaise-mit-pommes-anna/">Annakartoffeln:</a> </strong>&#252;berbackene feine Kartoffelscheiben, die eine Art Kartoffelkuchen ergeben. Adolphe Dugléré, Inhaber des <em>Café Anglais</em> in Paris, ehrte damit um 1870 die Kurtisane Anna Deslions.</li>
<li><strong><a href="http://petrafoede.de/blog/2009/06/19/birne-helene/">Birne Helene:</a> </strong>ein franz&#246;sisches Dessert des 19. Jahrhunderts, das seinen Namen Offenbachs Operette „Die sch&#246;ne Helene&#8221; verdankt. Das Rezept stammt nicht von Escoffier.</li>
<li><strong><a href="http://petrafoede.de/blog/2010/03/11/boeuf-stroganoff-geschnetzeltes-vom-grossfuerst/">Boeuf Stroganoff:</a> </strong>ein Gericht aus Rinderfiletstreifen, das in Russland entstanden ist und der einflussreichen Familie Stroganoff huldigt. Mehr im Artikel.<strong> </strong></li>
<li><strong><a href="http://petrafoede.de/blog/2009/06/01/caesar-salad/">Caesar Salad:</a> </strong>ein Salat, den sich der Italoamerikaner Cesare Cardini in seinem Restaurant in Tijuana, an der mexikanischen Grenze, in den 1920er Jahren ausgedacht  hat.</li>
<li><strong><a href="http://petrafoede.de/blog/2009/07/21/carpaccio-aus-harrys-bar/">Carpaccio:</a> </strong>besteht aus hauchd&#252;nnen Scheiben rohem Rindfleisch und einem Dressing, erfunden um 1950 in <em>Harry&#8217;s Bar</em> in Venedig. Benannt wurde es nach dem Maler Vittore Carpaccio.<strong> </strong></li>
<li><strong>Charlotte: </strong>ein Schichtdessert, das es in verschiedenen Varianten gibt. Die &#228;lteste ist die gebackene Apfel-Charlotte, die aus England stammt<strong> </strong>und<strong> </strong>ihren Namen vielleicht K&#246;nigin Charlotte (1744-1818)<strong> </strong>verdankt.<strong> </strong>Dann gibt es<strong> </strong>die kalte Charlotte Russe aus einer Creme und Biskuit, angeblich eine Erfindung von Marie-Antoine Carême f&#252;r Zar Alexander I.  Die in &#214;sterreich popul&#228;re Malakoff-Torte ist im Prinzip auch eine Charlotte.</li>
<li><strong><a href="http://petrafoede.de/blog/2009/07/25/cobb-salad/">Cobb Salad:</a> </strong>eine Kreation des Restaurants <em>Brown Derby</em> in Hollywood, das Robert Cobb geh&#246;rte</li>
<li><strong>Crêpe Suzette: </strong>flambierte Crêpes mit einer Orangen-Cointreau-Sauce, inzwischen etwas aus der Mode gekommen. Wer die geheimnisvolle Suzette wirklich war, steht in meinem Buch auf Seite 43.</li>
<li><strong>Dobostorte: </strong>eine Schichttorte mit Schokoladencreme, die der ungarische Konditor Josef Dobos um 1885 erfunden hat.</li>
<li><strong>Esterházy-Gulasch: </strong>Rahmgulasch mit Wurzelgem&#252;se, Kapern und Erbsen; wird mit Salzkartoffeln serviert. Benannt nach der ungarischen Adelsfamilie Esterházy.</li>
<li><strong><a href="http://petrafoede.de/blog/2009/09/22/fettuccine-alfredo/">Fettuccine Alfredo:</a> </strong>ein r&#246;misches Pastagericht mit einer &#252;ppigen Butter-Parmesan-Sauce, um 1920 erfunden von Alfredo di Lelio.</li>
<li><strong>Filet Wellington: </strong>Rinderfilet im Bl&#228;tterteigmantel, eine Hommage an Arthur Wellesley, Herzog von Wellington, der Napoleon in der Schlacht von Waterloo besiegte. Zu diesem Gericht gibt es ein Kapitel in meinem Buch.</li>
<li><strong>Girardi-Rostbraten: </strong>&#246;sterreichischer Rinderbraten aus der Pfanne mit Speck, Champignons und Kapern. Namensgeber ist der Schauspieler Alexander Girardi (1850-1918).</li>
<li><strong><a href="http://petrafoede.de/blog/2009/05/25/lobster-newberg-hummer-newberg/">Hummer Newberg:</a> </strong>ein Gericht aus dem ber&#252;hmten New Yorker Restaurant <em>Delmonico&#8217;s</em>, angeblich kreiert f&#252;r einen Stammgast namens Ben Wenberg. Nach einem Streit wurde der Hummer umbenannt in Newberg. Die Geschichte d&#252;rfte aber eine reine Legende sein, der Hummer hie&#223; nie Wenberg.</li>
</ul>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_1183" class="wp-caption aligncenter" style="width: 508px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/01/riz-casimir8.jpg"><img class="size-large wp-image-1183   " title="riz-casimir8" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2010/01/riz-casimir8-1024x643.jpg" alt="Riz Casimir. Foto: Petra Foede" width="498" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Riz Casimir. Foto: Petra Foede</p></div>
<ul>
<li><strong>Maximiliangulasch: </strong>Gulasch mit geriffelten Pommes frites. Die Historikerin Ingrid Haslinger meint, diese Kombination sei Erzherzog Ferdinand Maximilian gewidmet, dem j&#252;ngeren Bruder von Kaiser Franz Joseph, der von 1864-67 Kaiser von Mexiko war.</li>
<li><strong><a href="http://petrafoede.de/blog/2009/11/12/pasta-alla-norma/">Pasta alla Norma:</a> </strong>ein Pastagericht aus Sizilien, das an die Oper <em>Norma</em> von Giuseppe Verdi erinnert.</li>
<li><strong><a href="http://petrafoede.de/blog/2010/05/19/kulinarische-legende-pfirsich-melba/">Pfirsich Melba:</a> </strong>ein Dessert des gro&#223;en Kochk&#252;nstlers Escoffiers, das er sich f&#252;r die Operns&#228;ngerin Nellie Melba ausdachte.</li>
<li><strong><a href="http://petrafoede.de/blog/2010/02/11/potage-parmentier-und-die-unlust-an-der-kartoffel/">Potage Parmentier:</a> </strong>franz&#246;sische Kartoffelsuppe mit Lauch. Der Apotheker Antoine Parmentier (1737-1813) gilt als Verbreiter der Kartoffel in Frankreich.</li>
<li><strong>Reis Trauttmansdorff:</strong> &#246;sterreichisches Reisdessert mit Fr&#252;chten und Gelatine, benannt nach dem Adelsgeschlecht Trauttmansdorff</li>
<li><strong><a href="http://petrafoede.de/blog/2010/01/11/movenpick-klassiker-riz-casimir/">Riz Casimir:</a> </strong>geschnetzeltes Kalbfleisch mit Fr&#252;chten und Currysauce, eine Erfindung der Schweizer Restaurantkette M&#246;venpick. Casimir ist keine bestimmte Person, sondern eine Anspielung auf Kaschmir.</li>
<li><strong><a href="http://petrafoede.de/blog/2009/10/15/die-legendare-sachertorte/">Sachertorte:</a> </strong>ber&#252;hmte Schokoladentorte von Franz Sacher (1816-1907), der sie aber nicht als Lehrling f&#252;r Metternich erfunden hat. Mehr dazu in meinem Buch.</li>
<li><strong>Schnitzel Holstein: </strong>ein Schnitzel mit &#252;ppigen Beilagen, angeblich im Berliner Restaurant <em>Borchardt</em> das Spezialgericht von Geheimrat Friedrich von Holstein (1837-1909). In Wirklichkeit hat der magenkranke Politiker mit dem Schnitzel nichts zu tun. Warum es Holstein hei&#223;t - steht in meinem Buch auf Seite 196.</li>
<li><strong>Seezunge Lady Hamilton: </strong>Seezunge in Wei&#223;wein pochiert. Die Engl&#228;nderin Emma Hamilton (1765-1815) war die Gattin eines Diplomaten und die Geliebte von Admiral Nelson. In England kennt man dieses Gericht nicht.</li>
<li><strong><a href="http://petrafoede.de/blog/2010/03/23/spaghetti-caruso/">Spaghetti Caruso:</a> </strong>Spaghetti mit Tomatensauce, Pilzen und H&#228;hnchenleber, eine Hommage an den Operns&#228;nger Enrico Caruso (1873-1921).</li>
<li><strong><a href="http://petrafoede.de/blog/2009/06/09/tarte-tatin/">Tarte Tatin:</a> </strong>ein franz&#246;sischer Apfelkuchen aus der Region um Orléans, der verkehrt herum gebacken wird. Die Schwestern Tatin, die ihn nicht erfunden haben, hatten Ende des 19. Jahrhunderts ein kleines Hotel mit Restaurant.</li>
<li><strong><a href="http://petrafoede.de/blog/2009/05/29/tournedos-rossini/">Tournedos Rossini:</a> </strong>Rinderfilet mit gebratener G&#228;nsestopfleber und Tr&#252;ffeln. Der italienische Komponist Rossini (1792-1868) war angeblich ein begeisterter Hobbykoch.</li>
<li><strong>Waldorfsalat: </strong>Selleriesalat mit &#196;pfeln, Waln&#252;ssen und Mayonnaise, der zum ersten Mal 1893 bei der Er&#246;ffnung des Hotels Waldorf in New York serviert wurde. Das Rezept stammte von Hotelmanager Oscar Tschirky.</li>
</ul>
<hr style="border:0; border-bottom: 1px dotted #333;" /><p>"<a href="http://petrafoede.de/blog/2010/06/22/raetselhafte-namen-auf-der-speisekarte/" title="R&#228;tselhafte Namen auf der Speisekarte">R&#228;tselhafte Namen auf der Speisekarte</a>" was originally posted by Petra Foede on Kaffeeklatsch. All rights are reserved by the author.</p>]]></content:encoded>
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