Clafoutis (Französischer Kirschkuchen)

Share in top social networks!

Die Kirschen sind reif, das ist eine gute Gelegenheit, einen französischen Clafoutis zu machen, einen einfachen Kirschkuchen, der eigentlich gar kein richtiger Kuchen ist, sondern eher eine Mischung aus gefülltem Pfannkuchen und süßem Auflauf. Die Franzosen bestehen aber darauf, dass es ein Kuchen ist.


Clafoutis ist eine Spezialität der Region Limousin, die bekannt ist für ihre Süßkirschen. Der Name ist angeblich abgeleitet von dem altfranzösischen Wort claufir für „füllen, einfüllen“. Allerdings scheint diese Bezeichnung (und der Kuchen?) erst im 19. Jahrhundert aufgekommen zu sein – da hat niemand mehr Altfranzösisch gesprochen. Man weiß halt nicht, warum der Kuchen so heißt. In der Auvergne nennt man ihn Milliard. Ein Verwandter ist der Far breton aus der Bretagne, der ebenfalls aus einer Art Pfannkuchenteig besteht, aber traditionell vor allem mit Dörrpflaumen gebacken wird. Ursprünglich, im 18. Jahrhundert, soll man den Teig noch ganz ohne Obst zubereitet haben, also als relativ kompakten dicken Pfannkuchen. Im Limousin nennt man Clafoutis, wenn man ihn statt mit Kirschen mit Zwetschgen, Aprikosen oder anderem Obst füllt, Flaugnarde.

Im Limousin entsteint man die Kirschen grundsätzlich nicht vor dem Backen, sicher schon aus praktischen Gründen, aber angeblich verleihen die Kirschkerne dem Kuchen auch ein leichtes Mandelaroma.

Rezept

Zutaten: 600 g Süßkirschen, 4 Eier, 80 g Zucker, 1 EL Vanillezucker, 180 g Mehl, 1 Prise Salz, 150 ml Vollmilch, 100 ml Sahne, Kirschwasser, Butter, Puderzucker. Zubereitung: Die Eier mit Zucker und Vanillezucker mit dem Handmixer cremig schlagen, bis die Masse an Volumen zunimmt. Mehl und Salz mit einem Löffel unter die Masse heben und mit dem Handmixer verrühren. Danach Milch und Sahne unter den Teig rühren – nicht zu lange, dann wird der Teig fest. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Tarteform buttern, zuerst die Kirschen darin verteilen, darüber den Teig gießen. Etwa 45 Minuten backen, bis der Teig fest geworden und von oben leicht gebräunt ist. Danach den Kuchen etwas abkühlen lassen, stürzen, mit etwas Kirschwasser beträufeln (für Kinder weglassen), mit Puderzucker bestäuben und am besten warm essen.

About Petra Foede

Ich bin Kulturhistorikerin und freie Journalistin. In diesem Blog schreibe ich über die Geschichte von Gerichten, über berühmte Cafés und Restaurants sowie über dies & das aus der kulinarischen Vergangenheit.
This entry was posted in Frankreich, Rezepte and tagged , , , . Bookmark the permalink.

2 Responses to Clafoutis (Französischer Kirschkuchen)

  1. mir erklärte man, dass flognarde ou flaugnarde comme on veut!, ist nur mit Obst ohne Stein ( Apfel ect) und clafoutis mit Stein.

  2. Petra Foede says:

    @Bolliskitchen: Tja, die einen sagen so, die anderen so … Der Larousse gastronomique schreibt: “Flognarde, un entremets préparé en Auvergne, dans le Limousin et le Périgord. C’est une sorte de clafoutis aux pommes, aux poires ou aux pruneaux, diversement parfumé, qui a l’aspect d’une grosse crêpe boursouflée et qui se sert tiède ou froid.” Ursprünglich war aber auch Flognarde ein ungefüllter dicker Pfannkuchen