Die Kunst, gut zu essen

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Vieles, was im 19. Jahrhundert geschrieben wurde, erscheint aus heutiger Sicht ziemlich altmodisch und unzeitgemäß. Für die Ratschläge, die die amerikanische Autorin Jennie June ihren Lesern im Jahr 1870 unter dem Titel Rules for Eating gibt, gilt das allerdings nicht, sie sind gewissermaßen zeitlos und enthalten meiner Meinung nach sogar ein Körnchen Weisheit.

 

Hier ihre Regeln für alle Mahlzeiten des Tages:
  1. Iss so langsam, als sei das Essen ein Vergnügen, das du so lange wie möglich auskosten willst und nicht hastig, als handele es sich um eine Pflicht, die du möglichst schnell hinter dich bringen willst.
  2. Bring nicht deine Vorurteile, deine Abneigungen, deinen Ärger, vergangene Missgeschicke oder pessimistische Vorahnungen mit an den Tisch – sie würden die beste Mahlzeit verderben.
  3. Respektiere, dass das Essen auf den Tisch kommt, wenn es fertig ist. Du hast nicht das Recht, die Gefühle der Köchin zu verletzen, den Geschmack der Lebensmittel und die Stimmung der Familie zu ruinieren, nur weil du auf Pünktlichkeit bestehst.
  4. Bringe soviel Abwechslung in dein Essen wie möglich, aber bringe nicht zuviele Gerichte gleichzeitig auf den Tisch.
  5. Mäkele so wenig wie möglich am Essen herum und lobe es, wann immer es möglich ist.
  6. Schließlich, wenn du kein Fleisch hast, sei dankbar dafür, dass du immerhin Appetit hast, und hoffe auf größere bessere Mahlzeiten in der Zukunft.

Quelle: The Old Foodie

About Petra Foede

Ich bin Kulturhistorikerin und freie Journalistin. In diesem Blog schreibe ich über die Geschichte von Gerichten, über berühmte Cafés und Restaurants sowie über dies & das aus der kulinarischen Vergangenheit.
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2 Responses to Die Kunst, gut zu essen

  1. Kati says:

    Liebe Petra,
    mal wieder ein sehr schöner Artikel bei dem ich vollständig zustimmen kann! Ich finde es toll, dass du uns Schätze von früher herauskramst, freu mich immer unheimlich darüber!
    Lg Kati

  2. Petra Foede says:

    Danke Kati, das freut mich natürlich wiederum :)