Fooling around … Erdbeer-Rhabarber-Fool

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Ein Fool ist eigentlich ein Narr; wenn man in England jemanden am 1. April hereinlegt, ist das Opfer der „April Fool“. Ein Fruit Fool ist aber etwas völlig anderes, nämlich ein uraltes britisches Dessert, ein köstliches Gemisch aus Fruchtpüree oder Kompott und geschlagener Sahne bzw. Vanillecreme. Es ist ein Vorläufer des ebenfalls sehr beliebten Trifle und auch von Eton Mess, einem meiner Lieblingsdesserts. Und weil ein Fool wunderbar fluffig ist, ist es mein Beitrag für Zorras Jubiläumsevent „Schaumig und luftig“.


Fool – ein närrisches Dessert?

Schon William Shakespeare (1564-1616) erwähnt in seinen Stücken eine Nachspeise namens Fool, was beweist, dass sie wirklich sehr alt ist. Warum eine Süßspeise so heißt, ist unklar. Oft wird der Name von dem altfranzösischen Wort fouler hergeleitet, was soviel wie „zerdrücken“ bedeutet, was sich auf das Obst beziehen soll. Allerdings kannte man früher auch Fools, die nur aus einer Creme bestanden und gar keine Früchte enthielten, zudem wurde das Obst früher zu Mus gekocht und nicht roh zerquetscht. In einem Wörterbuch aus dem Jahr 1598 steht „a kinde of clouted cream, called a foole or a trifle“ – es ging also um eine aufgeschlagene Creme. In einem anderen Werk von 1688 heißt es: „Foole ist eine Art Custard (= Vanillecreme), aber dicker, wird aus Sahne, Eigelb, Zimt und Macisblüte zubereitet und auf kleinen Stücken (Toast) serviert, bestreut mit zerkleinerten Datteln und Zucker“. (Quelle: http://www.theoldfoodie.com/2009/04/food-for-fools-day.html) Da Fool und Trifle damals noch Synonyme waren, müssten auch die Namen eine ähnliche Bedeutung haben. Trifle ist eine Kleinigkeit, folglich müsste mit Fool etwas wie eine kleine Spielerei gemeint sein.


Die englischen Fruit Fools wurden seit dem 17. Jahrhundert vorzugsweise mit Stachelbeeren oder Rhabarber zubereitet, im 18. Jahrhundert wurden dann auch Himbeeren und Erdbeeren populär. Die Sahne wurde lange Zeit nur schaumig gerührt oder aufgekocht, denn vor der Verbreitung der Gabel im 17. Jahrhundert war es extrem mühsam, Sahne oder auch Eiweiß aufzuschlagen; in herrschaftlichen Haushalten nahm man dafür Weidenruten. Die norddeutsche Rote Grütze hat gewisse Ähnlichkeit mit einem Fool, allerdings nahm dafür früher nur den Saft und nicht die ganzen Früchte.

Hier ein Rezept für Stachelbeer-Fool aus dem 18. Jahrhundert:

Brühe 2 kg Stachelbeeren ab, bis sie weich sind, passiere sie mit einem Löffel durch ein Haarsieb und süße das Fruchtmus. Wenn es abgekühlt ist, vermische es mit etwas dünner Sahne oder Milch, bis es glatt ist, dann gib dicke Sahne hinzu, vermische es gründlich und gib es zu Tisch.

(Quelle: http://thehistoricfoodie.wordpress.com/2011/06/24/200/)


Rezept: Erdbeer-Rhabarber-Fool

Ich habe in mein Rhabarber-Fool nicht nur Erdbeeren gemischt, sondern auch noch ein paar Baisers untergemogelt, so dass es eigentlich Eton Mess ist, aber zum Glück merkt das ja niemand …

Zutaten für 4 bis 6 Portionen: 500 g Rhabarber, 250 g Erdbeeren (frisch oder TK), Zucker, 200 ml Schlagsahne, evtl. Baisers (Meringues). Zubereitung: Rhabarber waschen und in Stücke schneiden, mit etwa 100 ml Wasser und ein paar EL Zucker in einen Topf geben und gut fünf Minuten köcheln, bis er zerfällt; kurz vorher die geviertelten oder halbierten Erdbeeren zugeben. Abkühlen lassen und im Kühlschrank kalt stellen. Kurz vor dem Anrichten die Sahne nicht ganz steif schlagen, eventuell einige Baisers zerkleinern und unterheben, dann das Kompott vorsichtig untermischen, aber nicht vollständig mit der Sahne verrühren (obwohl man das früher getan hat), so dass eine marmorierte Creme entsteht.

7 Jahre Blog-Event - schaumig & luftig! (Einsendeschluss 15. Mai 2012)

About Petra Foede

Ich bin Kulturhistorikerin und freie Journalistin. In diesem Blog schreibe ich über die Geschichte von Gerichten, über berühmte Cafés und Restaurants sowie über dies & das aus der kulinarischen Vergangenheit.
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3 Responses to Fooling around … Erdbeer-Rhabarber-Fool

  1. Monika says:

    Ein schönes, klassisches Dessert und eine tolle Idee Erdbeeren und Rhabarber darin zu vereinen. Der kleine Touch Eton Mess mit den Baisers gefällt mir ebenfalls sehr gut. Meine persönliche Lieblingsvariante ist an sich ein Raspberry Fool gewesen…bisher jedenfalls. Ich finde es toll, jetzt auch ein paar Hintergründe darüber erfahren zu haben. Danke!

    Alles Liebe – Monika

  2. zorra says:

    Danke für das Dessert und die Geschichte liest sich auch sehr interessant. Und was das Mogeln angeht, bei einem Fool muss man seine Gäste ja auch ein bisschen mit Baisers foolen, oder so. ;-)

    Danke fürs Mitmachen am Event und falls du bzw. dein Rezept ins Kochbuch möchtest, bitte Infos wie im Ankündigunsbeitrag verlangt zusenden. Danke!

  3. Petra Foede says:

    @Monika: Mit Himbeeren schmeckt ein Fool bestimmt auch wunderbar.
    @Zorra: Stimmt, bei einem Fool ist mogeln völlig okay ;)