Man kann von der englischen Küche halten, was man will, aber die Desserts sind wirklich nicht schlecht. Eton Mess aus Erdbeeren, Baiser und Sahne ist dabei, auch bei uns ein Klassiker zu werden. Und beim Trifle treffen ebenfalls Früchte und Sahne aufeinander, wenn auch nicht miteinander vermengt, sondern geschichtet. Es ist ein ganz typisches englisches Sommerdessert, das bei keiner Geburtstagsparty fehlen darf. Seine Anfänge reichen zurück bis ins 16. Jahrhundert, allerdings haben die alten Rezepte nur wenig Ähnlichkeit mit der Süßspeise von heute.
Viele glauben, der Name Trifle habe etwas mit „dreifach“ zu tun, weil es aus drei Schichten bestehe. Wer richtig zählt, kommt bei der traditionellen Zubereitung allerdings auf mindestens vier Schichten. Außerdem stammt die Bezeichnung aus einer Zeit, als ein Trifle überhaupt noch nicht geschichtet, sondern gerührt wurde. Trifle kommt von dem alten englischen Wort truffle und bedeutet so viel wie „Kleinigkeit“.
Ein modernes Trifle sieht etwa so aus wie bei Neues von der Insel: Der Boden einer großen Glasschüssel wird mit Löffelbiskuits oder zerbröckeltem Biskuit ausgelegt, der mit Sherry getränkt wird, darauf kommen schichtweise custard (englische Vanillesauce), frische Früchte oder Kompott und Sahne, obenauf vielleicht noch etwas Deko.
Das älteste Rezept aus The Good Huswife’s Jewell von 1596 entpuppt sich als schaumig gerührter Rahm, der mit Zucker, Ingwer und Rosenwasser gewürzt und lauwarm serviert wurde. Im 17. Jahrhundert kamen Scheiben von feinem Weißbrot hinzu, über die der aufgekochte Rahm gegossen wurde. Hundert Jahre später wurde das Brot durch Löffelbiskuits oder Makronen ersetzt, von Früchten aber war bis weit ins 19. Jahrhundert hinein keine Rede, schon gar nicht von frischen. Hannah Glasse erwähnt immerhin schon 1751 Marmelade und Gelee. (Heute behaupten viele Engländer ja, Marmelade habe in einem Trifle nichts zu suchen.)
Im 19. Jahrhundert entstand als eine Variante der Süßspeise der Kabinettpudding, der auch bei uns sehr beliebt war. In Italien wurde aus dem Trifle die Zuppa Inglese, mit Marsala oder Likör statt Sherry.
Rezept: Mango-Trifle mit Amarettini
Das ist kein klassisch englisches Trifle, sondern eine moderne Interpretation, für die ich verschiedene Rezepte kombiniert habe. Statt Mango kann man natürlich auch anderes Obst nehmen, z.B. Pfirsiche, Erdbeeren oder Himbeeren.
Zutaten für 4 bis 6 Portionen: 100 g Amarettini, 150 g Cantuccini, 400 g Quark (kein Magerquark – zu sauer!), 150 ml Schlagsahne, 100 ml Kokosmilch, 2 reife Flugmangos oder Mango aus der Dose, 50 ml Amaretto, Zucker. Zubereitung: Amarettini und Cantuccini in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Nudelholz zerkleinern. Frische Mango schälen, Mango aus der Dose abtropfen lassen, in mundgerechte Stücke schneiden. Den Quark mit der Kokosmilch und 3 EL Zucker verrühren, die Sahne steif schlagen und unter die Quarkmasse heben. Eine Schicht Keksstücke in Gläser oder Schälchen füllen und mit Amaretto beträufeln. Darauf kommt eine Lage Mango, darüber eine Schicht Creme. Diese Reihenfolge bei entsprechend großen Gläsern noch einmal wiederholen. Vor dem Servieren mindestens eine Stunde durchziehen lassen, am besten im Kühlschrank.
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Hmmm! Very british *-*
Trifle ist großartig! Mir haben meine englischen Freundinnen seinerzeit allerdings die working class-Version beigebracht: Biskuit mit Sherry getränkt, Fruit Cocktail aus der Dose drauf, eine Schicht Jelly festwerden lassen, eine Schicht Custard festwerden lassen, darüber Schlagsahne sowie Hundreds and Thousands. Schmeckt wunderbar trashig.
Liebe Petra,
Trifle finde ich ein geniales Dessert, weil es so unkompliziert ist. Man kann ja fast alles mit hineinpacken.
Und nachdem du es erwähnt hast, ist es mir auch aufgefallen, dass die Zuppa Inglese im Grunde nur die italienische Fassung eines Trifles ist.
Mit englischem Gruße
Martin
@Martin: Ja wer kommt schon auf die Idee, dass die Italiener etwas aus der englischen Küche übernommen haben?
Guck an, der Italiener! So ein Schlingel!