Heute ist wieder mal ein Rezept aus der Küche der Fünfziger Jahre dran, und passend zum Wochentag gibt es Fisch. Die Gewohnheit, freitags Fisch zu essen oder jedenfalls kein Fleisch, war in dieser Zeit ja noch sehr verbreitet, selbst in evangelischen Gegenden. Der „Goldene Fisch” wurde von Fernsehkoch Clemens Wilmenrod zubereitet, der in der entsprechenden Sendung ein Märchen von einem goldenen Fisch erzählte. Das „Gold” besteht bei diesem Rezept schlicht aus Currypulver und Eigelb, Blattgold hätten damals nicht mal Angeber “verkocht”.
Mit Hilfe von ein bisschen Curry wurde in den Fünfziger und Sechziger Jahren aus einem gekochten Huhn ganz schnell ein „Indisches Huhn” und Eier in Senfsauce verwandelten sich in „Indische Eier” … Was wusste die deutsche Hausfrau damals schon von indischer Küche? Hauptsache es klang exotisch.
Wilmenrod hat damals Rotbarschfilets verwendet, aber dieser Fisch steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Fischarten, deshalb habe ich ihn durch Bio-Kabeljau aus Aquakultur ersetzt. Sein Fleisch ist ziemlich geschmacksneutral, was bei diesem Rezept kein Nachteil ist, weil jeder Eigengeschmack sowieso durch die Sauce überdeckt würde. Der Fisch ist also einfach austauschbar.
Rezept
Zutaten für 2 Personen: 2 Fischfilets, Zitrone, Mehl, Olivenöl, 2 Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, Salz, Currypulver, Ingwerpulver (habe ich weggelassen), Muskat, 2 EL Essig, Zucker, saure Sahne, 2 Eier. Zubereitung: Wilmenrod hat die Filets wie Fischstäbchen in schmale Stücke geschnitten, das habe ich nicht gemacht. Sie werden abgespült, kurz in Zitronensaft eingelegt, dann gesalzen und in Mehl gewendet. In heißem Olivenöl goldbraun braten, aus der Pfanne nehmen und warm stellen. Für die Sauce zwei fein gehackte Zwiebeln und zwei gehackte Knoblauchzehen in Öl andünsten und mit Curry, Ingwer, Muskat und Salz würzen. Eine Tasse Wasser, eine Tasse saure Sahne, den Saft einer halben Zitrone, den Essig und 3 TL Zucker zugeben und drei Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen und zwei Eigelb einrühren. Der gebratene Fisch wird mit der Sauce übergossen und mit Salzkartoffeln angerichtet.
Der Geschmackstest: Die Sauce war ziemlich dünnflüssig (vielleicht ist meine Tasse zu groß?). Und auch wenn ich gebratenen Fisch gerne mit Zitronensaft beträufele, sollte eine Currysauce für meinen Geschmack nicht säuerlich sein, das passt irgendwie nicht. Zitrone und Essig – das ist einfach zu viel. Das Rezept muss man so sicher nicht unbedingt nachkochen, da gibt es bessere Currysaucen.








mein Bedarf an exotischer Küche wird mit diesem Rezept dennoch bestens bedient. Ich scheue mich vor Rezepten mit ellenlangen Gewürzlisten, die ich in meinem Leben nicht mehr aufbrauchen kann. Ob der Rezeptautor Wilmenrod oder Bharadwaj heisst, ficht mich nicht an
@lamiacucina: Das nenne ich Toleranz in der Küche. Du würdest garantiert zum Abmessen auch eine Tasse in der richtigen Größe nehmen
Säubern-Säuern-Salzen! Auch so´n Küchenmärchen!
@Claus: Hmm. Also nicht säuern, oder wie?