Die italienische Küche besteht natürlich nicht nur aus Pasta, aber ich komme doch immer wieder gerne darauf zurück. Diesmal widme ich mich einer Spezialität aus Sizilien, genauer aus Catania, dem Geburtsort des Komponisten Vincenzo Bellini. Dieses Gericht verdankt seinen Namen seiner Oper Norma, die 1831 zum ersten Mal aufgeführt wurde. Die Titelheldin wurde damals übrigens von einer Sopranistin gesungen, die Giuditta Pasta hieß … Ist das nicht herrlich? Die bekannteste Interpretin dieser Rolle ist aber sicher Maria Callas.

Foto: Petra Foede

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Die wichtigsten Zutaten für Pasta alla Norma sind Tomaten, Auberginen, Basilikum, Ricotta salata und natürlich Pasta. Es ist mir nicht gelungen herauszufinden, in welchem Kochbuch das älteste bekannte Rezept steht, aber es handelt sich vermutlich die Erfindung eines Kochs aus Catania, der damit den berühmtesten Sohn der Stadt würdigen wollte. Sehr wahrscheinlich erst nach seinem Tod, denn Bellini starb schon 1835 mit 33 Jahren. Manchmal heißt es auch, es handele sich um ein traditionelles sizilianisches Gericht, das man ihm zu Ehren später umgetauft habe. Aber wie hieß es dann vorher? Niemand weiß es.

So wahnsinnig „traditionell” sind italienische Gerichte mit Tomaten und Auberginen sowieso nicht, auch wenn das merkwürdig klingt, aber die meisten Italiener lernten beides erst im 19. Jahrhundert schätzen. Auberginen wurden seit dem 16. Jahrhundert in der feinen Küche ab und zu verwendet, aber das älteste Rezept für Melanzane alla parmigiana zum Beispiel stammt aus dem Jahr 1839. Und auch an Tomaten auf dem Teller mussten sich die Italiener erst gewöhnen. Das erste Rezept für eine Tomatensauce erschien 1692 in einem Kochbuch in Neapel und hatte noch den Zusatz „spanisch”. Sie war aber vor allem als Zugabe zu Fleisch gedacht. Das älteste Pasta-Gericht mit Tomaten datiert erst aus dem Jahr 1844, es hieß Vermicelli con salasa di pomodoro; verwendet wurden getrocknete Tomaten, die in Butter oder Schmalz gegart wurden. Diese Infos habe ich aus John Dickies Buch Delizia! Die Italiener und ihre Küche, das ich vor kurzem hier vorgestellt habe. Pasta alla Norma dürfte also frühestens Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden sein.

Foto: Petra Foede

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Rezept:

Zutaten für 4 bis 6 Portionen: Pasta, 200 ml Olivenöl, 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 400 g frische oder vorgekochte Tomaten, 1 Aubergine (ca. 500 g), Basilikumblätter, 60 g Ricotta salata (Alternative: Pecorino oder Feta), Salz, Pfeffer. - Zubereitung: Auberginen in mundgerechte Stücke schneiden und im Backofen trocknen, bis sie etwas einschrumpeln, damit sie in der Pfanne nicht soviel Öl aufsaugen. Frische Tomaten überbrühen, häuten und klein schneiden. 2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen, gehackte Zwiebel glasig dünsten, gehackten Knoblauch zufügen, kurz andünsten, dann die Tomaten zugeben und etwa 20 Minuten köcheln und eindicken lassen. Ein paar klein geschnittene Basilikumblätter zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen. Parallel die Pasta kochen und in einer zweiten Pfanne das übrige Öl erhitzen, Auberginen darin portionsweise bräunen und anschließend auf Küchenkrepp abtropfen. Die fertige Pasta mit der Tomatensauce vermischen, auf Tellern anrichten, Auberginen dazu geben oder unterheben, Ricotta darüber streuen.

Anmerkung: Ich habe die Zutaten nur für das Foto separat angerichtet. Da ich keinen Ricotta salata bekommen habe, habe ich Feta genommen (auf dem Foto vergessen), was Sizilianer vermutlich empören wird ;) Ein kochbegabter Freund hat davon auch abgeraten, also wohl besser Pecorino als Ersatz oder getrockneten Mozzarella nehmen.