Wenn ich nach ein paar Monaten Erfahrung mit einem (eher untypischen) Food-Blog anderen gute Ratschläge geben wollte, wäre das sicher vermessen. Die Tipps kommen aber von David Lebovitz, einem bekannten Patissier, Autor und Blogger, der diesen Beitrag für die Food Blog Alliance verfasst hat. Darauf aufmerksam geworden bin ich durch Eat me daily. Lebovitz wendet sich in erster Linie an die Autoren von Kochbüchern, die nebenbei auch bloggen, also an „Profis”, aber das ein oder andere ist sicher auch für andere Food-Blogger interessant. Hier eine kompakte Zusammenfassung:
1. Leiste dir einen professionellen Webdesigner
Lebovitz rät Kochbuch-Autoren, nicht bei der Gestaltung des eigenen Blogs zu sparen und für einen überzeugenden Internet-Auftritt nicht einfach ein kostenloses Standard-Layout zu verwenden. 2000 Dollar sollte einem das schon wert sein, meint er. Eine solche Investition lohnt sich meiner Meinung nach vor allem für Leute, die bereits gut im Geschäft sind. Wer das Geld hat, sollte es in ein gutes Layout investieren. Wer es nicht hat, dem hilft vielleicht ein Freund mit Erfahrung in Webdesign zu günstigen Konditionen (das sage ich jetzt). Meine Homepage würde zum Beispiel ohne die Unterstützung von Rainer Zenz gar nicht existieren. – Die Seite sollte nutzerfreundlich sein, also auf Flash-Animationen verzichten und auf alle Gimmicks mit langen Ladezeiten.
2. Besorg dir eine persönliche Webdomain
Für professionelle Schreiber sind unpersönliche Domains wie diebestenrezepteallerzeitenjetztiminternet.typepad.com nicht zu empfehlen. Sie lassen sich einfach schlecht merken.
3. Benutze eine professionelle Kamera
Schlechte Food-Fotos wirken auf Leser eher abschreckend und animieren nicht dazu, gebloggte Rezepte nachzukochen. Deshalb lohnt sich die Investition in eine wirklich gute Kamera.
4. Ein Blog ist kein Buch
O-Ton Lebovitz: „Ein Food-Blog ist nicht einfach eine Rezeptsammlung. Es ist eine Story, und dein Blog ist deine Story. Ein Rezept für Käsekuchen können die Leute überall bekommen. Aber sie wollen deinen Käsekuchen, sie wollen wissen, warum du ihn magst und hören, was du über ihn sagst.” Man sollte als Blogger darauf vorbereitet sein, ein bisschen was über sich selbst und sein Leben preiszugeben und die Leser an eigenen Erfahrungen teilhaben lassen. Die Kommunikation mit Lesern ist Teil eines Blogs.
5. Präsentiere deine Bücher im Blog
Lebovitz hält Bedenken, eigene Bücher vorzustellen und quasi zu „bewerben”, für unnötig. Sie seien schließlich ein wichtiger Teil des Lebens eines Autors. Auch die Kooperation mit Internet-Buchhändlern hält er für durchaus opportun, schließlich möchte jeder, dass seine Bücher auch gekauft werden.
6. Poste Rezepte in deinem Blog
O-Ton Lebovitz: „Als ich mit meinem Blog anfing, hatte ich Angst, die Leute würden einfach nur Rezepte runterladen und meine Bücher nicht kaufen. Aber zum Glück ist das nicht passiert. Stattdessen haben die Leute Rezepte ausprobiert, und dann Kommentare geschrieben, dass sie ihnen so gut gefallen haben, dass sie das Buch gekauft haben … Meiner Meinung nach wird das Internet Kochbücher in naher Zukunft nicht ersetzen; das Internet ist nur eine weitere Quelle für Rezepte, die die Verkaufszahlen für Kochbücher nicht schrumpfen lässt.”
7. Regelmäßig schreiben
Kontinuität ist laut Lebovitz beim Bloggen sehr wichtig. Wenn die Leser nicht wissen, ob der Blogger alle paar Tage oder nur alle paar Wochen etwas schreibt oder vielleicht inzwischen ganz die Lust verloren hat, dann wenden sie sich ab. Die meisten bekannten Food-Blogger posten zwei- oder dreimal pro Woche, ein Artikel wöchentlich ist das Minimum.
8. Nicht gleich nach den Sternen greifen
Auch professionelle Autoren sollten nicht erwarten, dass es reicht, einfach in den Internet-Teich zu springen, um gleich eine Riesenwelle zu machen, bildlich gesprochen. Lebovitz: „Du weißt vielleicht mehr über die Geschichte der Pasta und hast sechs Wälzer darüber geschrieben, aber da gibt es vielleicht eine Frau in Nebraska die Mörder-Spaghetti mit Fleischklößchen macht und dazu hundert Kommentare in wenigen Stunden kriegt.”
9. Nicht über drei Minuten
Die meisten (englischsprachigen) Food-Blogs mit vielen Besuchern existieren seit mindestens fünf Jahren. Mittlerweile gibt es so viele Blogs, dass es länger dauert, bis man überhaupt wahrgenommen wird. Bloggen ist anders als ein Buch zu schreiben. Die meisten Leser wollen keine ausführlichen Abhandlungen lesen, sondern kurze Geschichten mit Fotos. Lebovitz versucht, seine Texte so zu schreiben, dass das Lesen nicht länger als zwei bis drei Minuten dauert.
10. Blogge nicht, weil andere es erwarten
Heutzutage erwarten die meisten Verlage, dass ihre Autoren eine Webseite haben. Und da Blogs populär und (zumindest für den Verlag) kostenlos sind, wollen sie, dass ihre Autoren auch bloggen. Aber ein Blog kostet Zeit und Arbeit und wer keinen Spaß daran hat, tut sich damit keinen Gefallen, denn die Leser werden es merken








die Werbung für ein selbstgeschriebenes Buch stört mich in keiner Weise, ich nehme das als Teil des Autors der Seite wahr. Was mich eher stört ist aufdringliche Werbung für Katzenfutter und sonstige Dinge, die in keinem Zusammenhang mit dem Autor stehen.
da gebe ich dir grundsätzlich recht, sowas mag ich auch überhaupt nicht.
ein Blog lässt die anonymen Köche hinter dem Kochbuch hervortreten und macht sie zu “Personen”, denen man die Rezepte nochmals ganz anderes abnimmt. Also etwa, wie wenn die beste Freundin etwas empfiehlt. Oder wie der Rezepttipp aus der Urlaubskneipe, das ist nicht nur ein Rezepttipp, da steht eine ganze Urlaubsgeschichte dahinter.
Und das Gefühl, jederzeit nachfragen zu können, oder auch zu berichten, das hilft natürlich auch.
Great tips, thanks for sharing.
BTW: Thanks for stopping by my blog. I think you are absolutely right about the robber steak. I’m not sure what shashlik is though. I just did a post about Rumtopf. Did I miss anything???
Hi Louise, great that you are visiting my blog. Maybe you could read some of the posts you are interested in by using the translator. You will find some infos about shashlik in this entry at Wikipedia. How funny that you call it Rumtopf like we do, of course I will read your post about it. I really like your blog.
Schöner Beitrag! Das mit der Wahrnehmung ist tatsächlich wahr, es dauert ewig bis man mal verlinkt wird oder einige Kommentare kommen. Das stelle ich gerade auch bei Seiten fest die eigene Domains haben. Bei Bloghostern ist es leichter zu kommentieren, es geht einfach schneller…leider.
Übrigens habe ich dein Buch nun endlich gelesen, aber schau selbst.
Mit einem Blog schlagartig bekannt werden, funktioniert halt nicht (mehr), das dauert schon. Wer von google kommt, sucht in Food-Blogs meistens nur ein bestimmtes Rezept und ist dann direkt wieder weg. – Mein Buch ist ja erst ein paar Wochen alt, insofern bist du da gar nicht so spät dran.
Vielen Dank Petra, für Übersetzung und Zusammenfassung. Gerade über die Sache mit dem eigenen Buch habe ich mir ehrlich gesagt schon Gedanken gemacht. Ich finde Lebovitz hat Recht und ein bißchen Werbung für die eigene Sache finde ich zusätzlich auch echt in Ordnung wenn man bedenkt wieviel Zeit und freien Content Foodblogger ansonsten gerne “verschenken”.
Über die “Werbung” für das eigene Buch habe ich natürlich auch nachgedacht – so intensiv, dass ich es zunächst monatelang überhaupt nicht erwähnt habe
Aber wenn wir über andere Autoren und ihre Bücher schreiben, wieso nicht auch über unsere? Etwas nervig finde ich nur Webseiten, die außer “kauft bitte meine Bücher” eigentlich keinen anderen Inhalt haben.
Werbung für Bücher stört mich auch überhaupt nicht! Ich finde es im Gegenteil interessant, auf gute Bücher, die zum Blog-Thema passen, aufmerksam gemacht zu werden – und wenn’s dann noch das eigene Buch des Bloggers ist: um so besser