Gazpacho ist eine kalte Gemüsesuppe aus Andalusien, deren Ursprung sich im Dunkel der Geschichte verliert. Oft heißt es, die Mauren hätten sie mit nach Spanien gebracht, aber das ist unwahrscheinlich, denn es gibt in der arabischen oder nordafrikanischen Küche nichts Vergleichbares. Die Urversion des Gazpacho bestand im Mittelalter aus eingeweichtem altbackenem Brot, vermischt mit Knoblauch, Essig und Olivenöl, war also im Grunde eine Art Brotsuppe. Eine ähnliche Suppe ist heute in Malaga als Ajo blanco bekannt. Tomaten kamen erst Jahrhunderte später hinzu, denn die gab es vor dem 16. Jahrhundert in Spanien noch gar nicht. Und eiskalt konnte vor der Erfindung des Kühlschranks auch nichts auf den Tisch kommen. Das Rezept hat sich also im Laufe der Zeit verändert.
Regionale Varianten
Es gibt allerdings so viele unterschiedliche Gazpachos in Spanien, dass es kaum möglich ist, von einem Original zu sprechen. Am bekanntesten bei uns ist die Version aus Granada mit Tomaten und Paprika. Es gibt Gazpacho verde mit grünen Kräutern, weißen Gazpacho mit Mandeln und Trauben; Gazpacho de Antequera enthält Zitronensaft und Mayonnaise, Gazpacho de la serrania de Huelva ist ein Püree aus Tomaten, Paprika, Knoblauch, Zwiebeln … In Cordoba heißt die lokale Variante Salmorejo und enthält gekochte Eier und Schinken, manchmal auch Orangenstücke. Ganz aus der Art geschlagen erscheint der Gazpacho manchego aus der Region Castilla La Mancha, ein Eintopf mit Huhn und Kaninchen. Und um die Verwirrung komplett zu machen, gibt es auch noch Gazpachuelo, ein warmes Wintergericht aus Malaga, das mit Kartoffeln und Fisch oder Huhn zubereitet wird
Woher kommt der Name Gazpacho?
Gazpacho war die Alltagskost der einfachen Leute in Südspanien; im Norden Spaniens war er vor 1930 so gut wie unbekannt. Nach meinem Eindruck wurde dieser „Brotbrei“ im mittelalterlichen Andalusien täglich gegessen, so wie man bei uns Haferbrei oder Grütze aß. Das Gegenstück dazu war Migas: Brotbrocken, die mit Knoblauch und Paprika in der Pfanne geröstet werden. Typisch für die maurische Küche war dagegen Couscous.
Angesichts der Vielzahl von Rezepturen erstaunt es nicht, dass bislang niemand genau weiß, warum diese Suppe Gazpacho genannt wird. Mitunter heißt es, das sei der arabische Begriff für eingeweichtes Brot – wer immer sich das ausgedacht hat, hatte zwar Fantasie, aber keine arabischen Sprachkenntnisse. Bei ihrer Suche sind Sprachwissenschaftler auf das antike griechische Wort gaza für Schatz gestoßen und auf gaza-phulakion für Schatzkammer. Die Mauren verkürzten das angeblich zu gazpáÄo. Hmm. Ergibt das im Zusammenhang mit in Essig und Öl eingebrocktem Brot irgendeinen Sinn? Ich glaube nicht. Deshalb sympathisiere ich eher mit der Theorie, das Wort habe etwas mit dem hebräischen Verb gazaz zu tun, das „etwas in Stücke brechen“ bedeutet. Die sephardischen Juden lebten schon vor der Ankunft der Mauren in Südspanien.
Internet-Quellen:








Liebe Petra,
ich möchte dir unbekannterweise nur einen lieben Gruß dalassen. Ich finde deine Arbeit wirklich sehr spannend und dein Blog äußerst lesenswert. Deswegen gehörst du mit zu den Blogs, die ich beim BlogDay als höchst empfehlenswertes Lesefutter ausgewählt habe.
http://www.zauberkessel.net/2009/08/31-08-blogay-lesebefehl/
Grüße aus Berlin
Shermin
oh vielen Dank, das freut mich natürlich sehr. Da werde ich auch gleich mal bei dir reinschauen