Aufgelesen
Posted by Petra Foede on 20 Aug 2009 | Tagged as: Allgemein
In einem alten Buch von 1929 mit dem Titel Das Alphabet der Küche habe ich im Kapitel zum Buchstaben G eine nette Stilblüte gefunden:
Gehirn und Nerven: Besitzen für die Küche nur geringe Bedeutung.
Dasselbe Buch enthält auch ein Rezept für Saatkrähen, das völlig ernst gemeint ist. Ich will das hier nicht in Gänze wiedergeben (es wird vermutlich niemand nachkochen wollen), aber es beginnt mit “4 Saatkrähen, 125 g Speck …” und endet mit dem Satz “Saatkrähen schmecken, wenn sie richtig zubereitet sind, überraschend gut. Sie sind ein ausgezeichnetes kaltes Abendgericht und werden dann mit Tomaten gereicht.”
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Nett, da fühlt man sich gleich richtig kategorisiert als Köchin
Saatkrähen sind mir neu als Gericht, aber warum nicht - sind ja ganz schön grosse Vögel! IErinnert mich an das Auerhahn-Rezept von Henriette Davidis, bei den der Auerhahn nach wochenlangen Präparationen (Eingraben, Überbrühen, Kochen) letzendlich weggeworfen wird, weil er ungeniessbar ist - wer schreibt heute noch derartig witzige Kochbücher?
was humorvolle Beschreibungen angeht, kann ich dir auch das Appetit-Lexikon von Habs/Rosner empfehlen. Das Original stammt aus dem Jahr 1898, aber es gibt auch ein Reprint, das antiquarisch relativ günstig zu bekommen ist. Darin lese ich auch immer wieder gerne.
Also meine Nerven werden - wenn ich denn mal am Herd stehe - stark beansprucht…