Retro-Küche: Gefüllte Eier
Posted by Petra Foede on 19 Aug 2009 | Tagged as: England, Rezepte
Vor kurzem ist mir ein altes Fotoalbum mit Bildern von Kindergeburtstagen in die Hände gefallen, und beim Blättern blieb mein Blick an einem längst vergessenen, damals obligatorischen Utensil hängen: einer ovalen senfgelben Eierplatte mit etwa einem Dutzend Vertiefungen. Die Siebziger Jahre waren nicht nur die Zeit der Käse-Igel, sondern auch die der Mayonnaise-Eier. Wobei wir keinen Igel hatten und die Käsespieße bei uns einfach nur auf einem Teller standen, wie laaangweilig … Und jetzt will kein Mensch mehr Plastik-Igel auf dem Tisch haben und Mayo-Eier eigentlich auch nicht. Jedenfalls bei uns nicht. Liegt’s am Geschmack oder an der Angst vor dem bösen Cholesterin? In England und in den USA sind Deviled Eggs jedenfalls immer noch ein populärer Partysnack, obwohl sie im Grunde nichts anderes sind als unsere Russischen Eier, nur ein bisschen pikanter.
Retro-Küche ist ja in, jedenfalls gibt es mehrere Themenkochbücher mit Rezepten aus den 60er und 70er Jahren. Also können wir die Eier-Rezepte von damals eigentlich wieder hervorholen. Wobei die in Wirklichkeit noch viel älter sind. Gefüllte Eier gab es schon im Mittelalter, allerdings hatte man damals noch keine Mayonnaise; man nahm zum Beispiel Käse und Rosinen.
Deviled Eggs
In England kamen pikant gefüllte Eier im 17. Jahrhundert in Mode. Deviled eggs, also „teuflische Eier“, wurden sie erst einige Zeit später wegen der verwendeten scharfen Gewürze genannt. Von richtig scharfem Essen kann einem ja schon mal höllisch heiß werden. Bei uns hießen sie einfach nur „gefüllte Eier“ und die schärfste Zutat war Senf. Die Engländer würzten schon damals zusätzlich mit Curry und Cayennepfeffer.
Hier ein Rezept für Deviled Eggs aus der Küche des Weißen Hauses in Washington, die noch unter George W. Bush bei offiziellen Empfängen serviert wurden. Ob sein Nachfolger Barack Obama sie inzwischen vom Buffet verbannt hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
Zutaten für 4 bis 6 Personen: 12 hart gekochte Eier, ¼ Tasse Mayonnaise, 1 TL Dijon-Senf, 1 TL Weißweinessig, 1 TL frischer Zitronensaft, 1 TL Senfpulver, 1 TL Worcestershiresauce, ein Schuss Tabasco, Salz, frisch gemahlener Pfeffer, Paprikapulver, 1 TL gehackte Petersilie. Zubereitung: Die Eier pellen und längs halbieren, die Dotter entfernen und in einer Schüssel mit der Mayonnaise vermischen. Dann Senf, Essig, Zitronensaft und die Würzsaucen dazu geben. Mit einer Gabel zu einer glatten Masse vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Masse am besten in einen Spritzbeutel geben und in die Eihälften füllen. Mit Paprikapulver und gehackter Petersilie bestreuen. Lässt sich vor dem Servieren mehrere Stunden im Kühlschrank aufbewahren.
Aus: Walter Scheib/Andrew Friedman, White House Chef: Eleven Years, Two Presidents, One Kitchen, John Wiley & Sons 2007
3 Comments »







stimmt, das weckt kindheitserinnerungen.
bei uns zuhause wurden die eigelb allerdings nicht scharf, sondern mit vielen kräutern aromatisiert.
das problem war nur immer, sie sahen realativ schnell nicht mehr appetitlich aus. man hätte sie wohl mit gelatine überziehen müssen (fürs buffet).
aber lecker waren sie auf alle fälle.
Auch bei mir wecken die gefüllten Eier Kindheitserinnerungen an kalte Buffets, die es zuhause anlässlich von Festtagen gab. Meine Mutter füllte die Eier mit einer Creme aus passiertem, gekochten Eigelb, Sauerrahm, Mayonaise, etwas Senf, Sardellenpaste, Pfeffer, Salz. Sie wurden immer auf einem Bett von Salade Russe mit selbstgerührter Mayonaise serviert.
Vielleicht kommt das wieder in Mode?
bei Retro-Partys ist das sicher der Hit