Food-Magazin nur für Männer – ein neuer Trend?

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Vor ein paar Tagen habe ich gerade über die Zeit geschrieben, als bei uns auch kulinarisch noch eine gewisse Geschlechtertrennung herrschte, mit Herrenclubs und Stammkneipe hie und Kaffeekränzchen dort und wähnte mich von diesen musealen Zuständen im Hier und Jetzt meilenweit entfernt. Doch gerade eben stieß ich bei NutriCulinary auf die Ankündigung eines neuen Hochglanz-Magazins speziell für Männer, auf dem Titel nacktes Fleisch … nein, nicht das was man oder frau jetzt erwarten würde, nichts eindeutig Zweideutiges, sondern ein Food-Magazin “für Männer mit Geschmack”, so der Untertitel.

Die Zeitschrift erscheint im Verlag Gruner+Jahr, die Premiere des Heftes ist für Mitte Oktober angekündigt, Startauflage satte 100.000 Exemplare. Auf der Webseite des Verlages heißt es über die potenzielle Zielgruppe: ” … es sind diese Abende, an denen wir ein Magazin für unser Hobby vermissen. Ein Magazin für Männer, die kochen … Weil wir es gar nicht leicht wollen, sondern schwierig. Weil unsere Kinder beim Männerkochen nichts zu suchen haben. Weil wir nicht 25 Mal im Monat kochen, sondern viermal im Jahr.”

Ach, so ist das. Und dafür brauchen die Quartalsköche dann unbedingt gleich was Eigenes – etwas das garantiert noch nicht in Frauenhänden war? Ich dachte eigentlich, hochwertige Gourmet-Magazine wären gleichermaßen für beide Geschlechter konzipiert und geeignet und deckten auch die gehobene Küche ab. Ist Essen und Trinken eine Hausfrauenpostille? Irgendwas habe ich da bislang wohl falsch verstanden. Und damit gar nicht erst eine Frau auf die Idee kommen könnte, das neue Food-Magazin könnte auch was für sie sein, heißt es BEEF und das Fleisch auf dem Cover ist natürlich roh. Halt was für echte Mach … äh Männer meine ich.

Welchen Trend habe ich da in jüngster Zeit verpennt? Ich dachte eigentlich,  TV-Köche die breitbeinig wie ein Cowboy am Herd stehen und lustvoll mit einem kleinen Flammenwerfer die halbe Studioküche abfackeln, seien eine aussterbende Spezies. Ist das in Wahrheit das heimliche Idol des postmodernen Hobbykochs? Motto:  Schau mir in die Augen Kleines, aber lass die Finger von meinem Messerblock …

Ich bin gespannt, ob G+J schon das Pendant für die Frauenwelt in der Schublade liegen hat. Wie wäre es mit dem Titel Sahnetörtchen – Genuss-Magazin nur für Frauen?

About Petra Foede

Ich bin Kulturhistorikerin und freie Journalistin. In diesem Blog schreibe ich über die Geschichte von Gerichten, über berühmte Cafés und Restaurants sowie über dies & das aus der kulinarischen Vergangenheit.
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4 Responses to Food-Magazin nur für Männer – ein neuer Trend?

  1. Eline says:

    Oh, da kenn ich schon ein paar, die dieses Magazin sicher kaufen werden. Die haben eine teure Designer-Küche und jedes Küchengerät, das auf den Markt kommt, die schärfsten japanischen Kochmesser, absolvieren jedes Jahr 3 Kochkurse bei 3 Sterne-Köchen ……. und können meist nicht mal ein Ei sauber trennen ;-)
    Ich hatte “Port Culinaire” abonniert , das sich zwar nicht explizit nur an die Zielgruppe Machoköche wendet, aber im Laufe der Zeit auch in diese Richtung mutierte und fast nur mehr aus Jagdberichten, bebildert mit harten Männern mit Gewehren in karierten Hemden besteht – Abo ist inzwischen abbestellt.

  2. gourmet says:

    Tja mal schauen was es bringt. Der preis sagt mir als Student im Moment nicht ganz zu muss ich sagen, das ist bei Port Culinaire auch das Problem. Für 20 Euro pro Ausgabe finde ich das bisschen hart. :( Übrigens bei uns ist es komplett umgedreht, ich koche jeden Tag, aber gerne doch :)

    Gruß Dirk

    PS. @Eline: brauchst du die alten Port Culinaire Hefte noch :) ??? Ich hätte da gesteigertes Interesse dran :)

  3. admin says:

    @Eline: Gruner und Jahr wird sicher gewisse Marktstudien gemacht haben was die Zielgruppe angeht. Es gibt sicher potenzielle Käufer, das glaube ich auch, die haben auch das nötige Kleingeld für ein hochwertiges Magazin. Aber ich frage mich eben, ob die Attitüde des Heftes zeitgemäß ist. Also für mich ist sie es nicht ;)

    @Dirk: Abgesehen davon, dass ich bei G+J ja nicht zur Zielgruppe gehöre, wäre mir das auch zu teuer. Klasse Food-Fotos finde ich im Internet. Und der Inhalt – nunja, wie gesagt, für mich ist das ja eh nix ;) Übrigens: Bei mehr als einem Emoticon landet ein Kommentar bei mir in der Warteschlage, das wird von Akismet als potenzieller Spam eingestuft, den muss ich dann erst freischalten.

  4. Eline says:

    gourmet,

    ich melde mich am Montag bei dir wegen der hefte.